362 Zur Geschichte und Litteratur, Fünfter Beytrag,
sntiqulvrvs hiocimiiiikus geschrieben, aus welchem zu ersehen,daß er auch dc» alten Bambcrgcr Druck gekannt, von welchemich am ersten anzumerken geglaubt, daß er die nehmlichen Fa-beln enthalte, welche Scher; zu allererst herauszugeben vcr-meynte. Wie nachlässig er aber diese Entdeckung genutzt; wiesorglos er eben daselbst nicht nur die Fehler in Ansehung unsererHandschrift begangen, die ich an seinem Neuei?c>i gerügt, son-dern auch wie viel plumper diese Fehler dort erscheinen! magselbst nachsehen, wer Lust und Gelegenheit dazu hat. Zchkann mich nur nicht genug wundern, Theils, wie den Schwei-zern so viel früher die Gottschcdischc Anzeige unbekannt bleibenkönne», Theils, wie Gottsched es versäumen können, als dieAusgabe der Schweizer erschien, es der Welt mit seiner ge-wöhnlichen Bcschcidcnbcit anzuzeigen, wie viel diese Herausge-ber schon längst von ihm hätten lernen können. Aber so ginges damals: jeder schimpfte auf den andern, und keiner lasden andern.
XXII.
Ueber den Anonymus des Nevclcr.
Man verstehet unter dieser Benennung den li»gcna»»Ic»halbbarbarischcn lateinischen Dichter, dessen clcgicischc Fabel» inder Sammlung des Nevclcr unmittelbar ans die Fabeln desAvianus folgen. Da er in der Geschichte der Fabel vieler Um-stände wegen sehr merkwürdig ist; da ich bereits zwcycrlcy vonihm erwiesen habe, nehmlich, daß er im Grunde nichts als einvcrsisicirter Romulus scy("), und daß er eine von den Haupt-quellcn unsers Zöoners gewesen ("): so will ich, was ich sonstfür Nachforschungen über ihn gemacht habe, hier mittheilen.Sie werden nicht allein die Ncugierde des LittcrarorS unter-halten, sondern können einmal demjenigen Gelehrten nützlichseyn, der etwa diesem Anonymus eben die Ehre erweisen wollte,die Rannegiccer dem Avianus erwiesen hat. Denn wir wol-len nur immer die Zunft der Scholiasten noch eine Weile bc-
l°) Beytrag l. S. 07. sBand ix, S. 6Z.j(") S. 26. dicscs sunsle» Beytrags, sobcn S.