Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
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Schrifften. Dritter und vierter Theil

1754.

Vorrede.

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^ch bin eitel genug, mich des kleinen Beyfalls zu rühmen,welchen die zwey ersten Theile meiner Schriften, hier und da,erhalten haben. Ich würde dem Publico ein sehr abgeschmack-tes Compliment machen, wann ich ihn ganz und gar nicht ver-dient zu haben, bekennen wollte. Eine solche Erniedrigungschimpft seine Einsickt, und man sagt ihm eine Grobheit, an-statt eine Höflichkeit zu sagen. Es sey aber auch ferne von mir,seine schonende Nachsicht zu verkennen, und die Aufmunterung,die es einem Schriftsteller wicdcrfahrcn läßt, welcher zu seinemVergnügen etwas beyzutragen sucht, für ein schuldiges Opferanzusehen.

Ob mir nun also der erste Schritt schon nicht mißlungenist; so bin ich doch darum nicht weniger furchtsam, den zweytenzu wagen. Ost lockt man einen nur darum mit Schmcichclcycnans der Scene hervor, um ihn mit einem desto spöttischem Ge-lächter wieder hineinzutreiben.

Ich nennte es einen zweyten Schritt; aber ich irrte mich:es ist eben sowohl ein erster, als jener. Ein zweyter würde esseyn, wenn ich die Bahn nicht verändert hätte. Aber, wie sehrhabe ich diese verändert! Anstatt Reime, die sich durch ihreLeichtigkeit und durch einen Witz empfehlen, der deswegen keineNeider erweckt, weil jeder Leser ihn eben so gut als der Poetzu haben glaubt, anstatt solcher Reime bringe ich lange prosai-sche Aufsätze, die zum Theil noch dazu eine gelehrte Mine ma-chen wollen.

Da ich mir also nicht einmal eben dieselben Leser wiederversprechen kann, wie sollte ich mir eben denselben Beyfall ver-

Leslings Werke iv. 1