Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
50
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Schrifftcn. dritter Thcil^

der. Daß Stcinc von Vögeln hcrabgcschmisscn werden, diesesist zwar etwas wundersames, lind mag es immerhin gewesenscvn, aber kein Wunder ist es nicht: daß der Mond zertheiltscheinet, dieses ist weder ein Wunder noch etwas wundersames.Bon Mccca nach Jerusalem versetzt werden, oder in den Him-mel hinanstcigcn, dieses wäre zwar ein Wunder, allein die Zeugenmangeln ihm. Der dritte Grund wird von den Gebothen Christihergenommen, welche nichts enthalten, was mit der Moral odermit der natürlichen Philosophie streitet. Was sein Leben anbelangt,dariunc kann es ihm niemand gleich thun, und wenn es auch derallerbeste wäre; aber es nachahmen kann ein jeder. Wie? kannsag ich? Za, so viel du dich von seinem Exempel entfernst, soviel Gottlosigkeit nimst du an. Mahomct hingegen räth Mordund Krieg und den Thurm im Paradiese; das Paradies aberbeschreibt er so, daß man darinnen hcvrathc, von schönen Kna-ben bedient würde, Fleisch und Acpfcl esse, Nccktar trinke, aufscidncn Betten liege, und unter dem Schatten der Bäume Edel-steine und scidnc Lager besitze. Welcher gesunde Verstand wirddadurch nicht beleidiget? Und wie abgcschmakt ist nicht jenesVorgeben im Korane, nach welchem Engel und Gott für denMahomct beten sollen? Desgleichen die Erdichtung, daß Gottvon der Erde gen Himmel hinanstcigc, und daß er selbst beyden Geistern, seinen Dienern, schwöre. Was soll man von derHistorie mit dem Kamcclc, wenn es anders eine Historie, undnicht vielmehr eine Fabel ist, sagen, die wenigstens fünfmahlwicdcrhohlct wird? Hierzu kommt noch als der letzte Grund fürdie Christen dieses, daß unser Gesetz von sehr wenigen uncr-fahrnen und armen Leuten, gegen so viele Kayscr und reichePriester der Götzen ist gcprcdigct worden, und daß es, da esauch schon von innerlichen Spaltungen geschwächt war, dennochdes ganzen Erdkreises sich bemächtiget hat.

Nun haben aber auch die Mahomctancr fünf Beweisgründefür sich. LLrstlich sagen sie: Die Christen verehrten die Ein-heit Gottes nicht so lauter, als sie; die Christen gäben ihm einenSohn, welcher ebenfalls Gott sey. Wann aber, fahren sie fort,mehrere Götter sind, so werden sie auf einander erbittert seyn,weil dieses bey einem Reiche etwas unvermeidliches ist, daß es