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Schrifftc», Dritter Theil.
mit Eisen, ohne das geringste Zeichen eines Schmerzes von sichzu geben. Viele können durch den Bauch reden, welche ehedemEngastrimuthi gcncnnt wurden; dieses aber können sie besondersalsdcnn, wenn sie gewisse Orgia begehen, und sich im Kreiseherumdrehen. So wie cs mit diesen drey Punkten seine völligeRichtigkeit hat, indem sie, wie wir oben erinnert haben, na-türlicher, obgleich wundersamer Weise zugehen; so ist cs hinge-gen eine blosse Erdichtung, daß bey ihnen auch Kinder von Wei-bern, ohne Beyschlaf, gcbobrcn würden. Auch sogar ihre Hei-ligen haben sie, welche durch wunderbare Hülflcistungcn berühmtsind; den Scdichasim zum Siege; den Banus zum Frieden; denAscichus zur Wicdcrvcrsöhnung der Ehclcutc; den Mirtschinuszur Bewahrung des Viehes; den Chidircllcs für die Reisenden,der auf einem bunten Pferde sitzend, ihnen begegnen, und denrechten Weg zeigen soll. Sie heben auch noch die Schuh des-jenigen auf, welcher von einem Könige unschuldiger Weise ver-dammt, und in einen glühenden Ofen geworfen worden, gleich-wohl aber, nach Art der drey Männer im Fcucrofen, derendie heilige Schrift gedenkt, nnvcrschrt davon gekommen sey.Ganz bekannt ist endlich auch das Wunder des Mirathbcg, ei-nes türkischen Regenten, welchen die Lateiner Amurath nennen,wodurch cr aus einem grossen und kriegerischen Könige, ein Prie-ster geworden ist, und sich freywillig in ein Kloster eingeschlos-sen hat. — "
So weit gehet der Streit, den Cardan die vier Religionenuntereinander führen läßt. Noch sind einige Perioden davonübrig, die ich aber noch wenig Augenblicke »ersparen will, umdie Rettung meines Philosophen desto besser in die Augen fal-lender zu machen. Man erlaube mir vor allen Dingen einigeAnmerkungen über das, was man gelesen hat, zu wagen.
Warum verdammt man eigentlich diese Stelle? Ist die Ver-glcichung der vcrschicdncn Religionen, an und vor sich selbst,strafbar; oder ist cs nur die Art, mit welcher sie Lardan un-ternommen hat?
Das erste, wird man sich wohl nicht in den Sinn kommenlassen, zu behaupten. Was ist nöthiger, als sich von seinemGlauben zu überzcugcn, und was ist nnmöglichcr als Ueberzeu-