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Schrifften. Dritter Theil,
Dergleichen Bücher kommen heut zu Tage sehr viele ans Licht,und erhalten hier und da Beyfall.
H. 26.
„Die vierte Tugend ist die Frostigkeit, welche die Griechen-^X5>o^o)^«v nennen. Sie müssen nicht dem Leser ans Herzreden, noch Seiten mit Ausrufungen und Fragen anfüllen. Siemüssen keine Leidenschaften rege machen, ob man dieses gleichsonst sür einen Fehler zu halten pflegt :c.
H. 27.
„Fünftens wollte ich wohl rathen, daß man auf einen gu-ten Druck, auf wcisscs Papier und saubere Lettern sehen möge;allein das weiß jeder schon von sich selbst. Zch will also eineandre Regel geben, die wichtiger ist; diese nehmlich, man fliehesorgfältig alle methodische Bücher. Die besten sind diejenigen,welche frey und ohne Zwang geschrieben sind zc.
5- 28.
„Endlich, welches ich gleich zuerst hätte erinnern sollen,halte besonders diejenigen für auserlesene Bücher, welche ohneNahmen des Verfassers heraus kommen, und auch keinen Ortdes Drucks angeben, es müßte denn etwa eine Stadt in Uto-pien seyn. Zn solchen Büchern wirst du Schätze antreffen, weilsie mcistentheils von witzigen und wahrhcitlicbendcn Männernkommen. Die Welt ist sehr undankbar, daß sie dergleichenSchriften verbieten, oder sie nicht frey verkaufen lassen will.
5- 29.
„Solche Bücher, wie ich sie dir jetzt beschrieben habe, liebeund lies; alle die übrigen aber, Ausleger, Streitschriften, Com-pendia:c. brauche
piper A yuic«miä onartis smie'itur inoptis.H. 30.
„Ausdrücklich dir aber diejenigen Bücher zu nennen, welchedu lesen mußt, will sich nicht thun lassen, weil ich dazu denOrt, wo du dich aufhältst, und sonst deine Umstände wissenmüßte. Unterdessen aber kanst du mit folgenden anfangen: mitHugom's Grotii Büchern von der Wahrheit der Christlichen Re-ligion, und seinen Auslegungen über das alte und neue Testa-ment; mit Thomas Vrorvns Religion des Arztes, (welches