Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
86
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Schrifftcu. Tritter Theil.

thck anführet. Wann man sich die Mühe nehmen will, dieStelle nachzusehen, so wird man finden, daß daselbst Herr Ha-renberg unter den Merkwürdigkeiten seiner Wcstphälischcn Reise,gleichfalls des inopti Religiös' gedenkt. Das Ercmplar, welcheser davon durchlauffcn, ist eben dasselbe, welches Herr Vogt ge-braucht hat. Allein wie verschieden sind die Urtheile beyder Ge-lehrten. Herr -Harcnbcrg trift viel naher zum Zwecke, und ichbin durchgängig mit ihm einig, nur darinnc nicht, daß er vor-gicbt, man könne es nicht so leicht errathen, ob der Schrift-steller im Ernste, oder nur Spottwcise dem Leser so viel heil-lose Lehren vorhalte.--Hat er etwa bey jedem Paragra-ph» hinzusetzen sollen: aber mcrkts ihr Leute, daß ich mich nurder Ironie bediene? Das sind schlechte Satyren, über die manes ausdrücklich schreiben muß, daß es Satyren seyn sollen.

Es taugt, sollte ich meinen, überhaupt nicht viel, wennman die gefährlichen Bücher ohne Noth vermehret. Es wärebesser, wenn man sie so viel als möglich verringerte; welchesdadurch am ersten geschehen kann, wenn man jedes nach seinerAbsicht beurtheilt, und sich begnügen läßt, ein nichtswürdigcsBuch ein nichtswürdigcs zu nennen, ohne es zn einem gottlo-sen zu machen.

Diese Regel der Klugheit scheinen nur die wenigsten unse-rer Büchcrkcnncr zu beobachten. Da sie gewohnt sind, denWerth ihrer Entdeckungen, nach den Graden der Seltenheit ei-nes Werks abzumessen, so werden sie nur gar zu oft von einerkleinen Ruhmsucht verleitet, diese durch Uebertreibung zu erhöhn,und den Znnhalt wenigstens atheistisch zu machen. So ist eszum Exempel mit den Werken des Zöruscambille ergangen, wi-der die Herr Reimann nach seiner Art auf der 392. Seite derHirtm-i-L univei'lalis ^tkoifm. sehr fürchterlich dcclamirt. HerrVogt hat in seinem Verzeichnisse dessen eigne Worte beybehal-ten, und beyden sind sie liboi- «tornis tonvliiis cn'Znus. Ich habeeine neuere Ausgabe davon, welche in Paris in Duodez

gcdrukt worden. Es ist wahr, man findet nichts als Possendarinnc; weiter aber auch nichts, als Possen. Zöruscambilleselbst muß ein Komödiant des vorigen Jahrhunderts gewesenseyn, denn fast alle in seinen Werken enthaltene Stücke sind