Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
104
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104 Vorrede zu Hogarths Zergliederung der Schönheit.

lich seyn sollrc, wie ich es beynahe selbst dafür halte, die ei-gentliche Mitte anzugeben, in welcher die Linie weder zu plattnoch zu gekrümmt ist: so sollte ich doch meinen, daß es wenig-stens möglich sey, die äusscrn Grenzen anzugeben, jenseits wel-cher sie den Namen der eigentlichen Schönhcitslinic verlierenmüsse. Doch auch dieses läßt unser Verfasser unausgcmacht.

Zwar seine Entschuldigung ist nicht weit hcrzuhohlcn. Ersahe es vielleicht ein, daß in dieser Untersuchung ohne Hülfe derhohem Mathematik nicht fortzukommen sey, und daß wcitläuf-tige und schwere Berechnungen sein Werk wohl gründlicher,aber nicht brauchbarer machen könnten. Er ließ also seinen Fa-den, als ein Künstler, da fahren, wo ich wollte, daß ihn einphilosophischer Mcßkünstlcr ergreiffen und wcit-er führen möchte.

Die ganze Sache würde, ohne Zweifel, auf die Berechnungder puuetorum floxus contrsrii ankommen, doch so, daß mandie metaphysischen Gründe der Schönheit niemals dabey ausden Augen lassen müßte. Die Vollkommenheit bestehet in derUebereinstimmung des Mannichfaltigen, und alsdann wenn dieUebereinstimmung leicht zu fassen ist, nennen wir die Vollkom-menheit Schönheit. Der Berechner müßte also vornehmlich dar-auf denken, an der eigentlichen Schönhcitslinic solche Eigenschaf-ten zu finden, von welchen man sagen könnte, daß sie geschwin-der und leichter zu begreifen wären, als die Eigenschaften der übri-gen Linien dieser Art. Und nur dieses, glaube ich, könnte einenPhilosophen in Ansehung der Ursache befriedigen, warum diese Li-nie eine so angenehme Gewalt über unsre Empfindungen habe.

Vielleicht würde, unter den verstorbnen Gelehrten, der Hr.Parenr, auf eine vorzügliche Art, zu dieser analytischen Unter-suchung geschickt gewesen seyn. Ich muß es mit wenigen nochentdecken, warum ich eben auf diesen falle. Zch fand, daß Hr.Mat)? in seinem Journal kriwnniiuo, und zwar in den Mona-ten November und December des vorigen Jahres, bey Gelegen-heit der Bekanntmachung des -Hogarchschen Werks, durch einekleine Note mit cinfliesscn lassen, es habe schon vor unserm Eng-länder der Hr. Parenr ein ähnliches System gehabt. Er be-ruft sich deßwegen auf desselben dritten Theil physischer undmathematischer Untersuchungen, wie auch auf das ^c>m. lies