Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
103
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Vcrrcdc zu HogarthS Zergliederung der Schönheit. 103

es auch seyn müssen, indem ich mich ohne Vcrglcichung derGrundschrift daran zu wagen hatte. Zch setze aber voraus, daßmir diese wenig würde genutzt haben, weil ich an der eigentli-chen Treue der Ilcbcrsctzung zu zweifeln, eben keinen Grund finde.

Ausser diesen leichten Veränderungen, durch die gleichwohldie Schreibart nicht schöner hat werden können, wird man zumSchlüsse auch eine kleine Vermehrung antreffen. Diese bestehtin den übersetzten Briefen des Hrn. Roaquers, deren Hr. 5N>"lius in seiner Vorrede gedenkt. Sie waren bey der Hand, undich hofte, daß sie dem Leser um so viel angenehmer seyn wür-den, je schwerer man sich aus den blossen Überschriften einenBcgrif davon machen kan. Diese Schwierigkeit ist durch dieVerdeutschung, welche Hr. TNylius von diesen Ucbcrschriftcngemacht hat, eher vermehrt als vermindert worden. Er über-setzt zum Exempel llarlot's pioArc-ls durch -Hurenglück, undhat nicht überlegt, daß dieses ein provcrbialischcr Ausdruck ist,welcher etwas ganz anders, ja gar das Gegentheil von demdenken läßt, was man in dcrRouqnclschcn Erklärung finden wird.

Zch bin nicht in Abrede, daß ein Herausgeber an diesem-Hogarchsckei! Werke nicht noch mehr hätte thun können; auchsogar in Ansehung des Znnhalts selbst. Allein er hätte mehrGcschicklichkcit besitzen müssen, als ich mir deren zutraue. Zchwill mich gleich erklären.

Hr. -Hogarrh zeiget, daß alle körperliche Schönheit in dergeschickten und mannichfalligcn Anwendung der Mcllcnlinie liege,und der schwankende Gcschmak ist glücklich durch diese Entdeckungauf etwas gewisses eingeschränkt. Zch sage eingeschränkt, aberfestgesetzt noch nicht. Man betrachte einmal die Reihe vcrschicd-ncr Wellenlinien, welche er oben auf der ersten Kupfcrtafcl vor-stellig macht. Eine jede derselben hat einen Grad von Schön-heit: doch nur eine verdient den Namen der eigentlichen Schön-hcitölinicz diejenige nehmlich welche weder zu wenig, noch zusehr gebogen ist. Allein welche ist dieses? Hr. Hogarth bestimmtsie nicht, und da er sie nicht bestimmt, so ist es gewiß, daß erdie Streitigkeiten des Geschmacks mir auf einige Schritte weiterhinaus schiebt, besonders, wenn cs auf das wenigere odermehrere in der Schönheit ankömmt. Wann cs aber unmög-