Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
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106
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Theatralische Bibliothek.

Theatralische Bibliothek.

Erstes Stück. 1764.

Vorrede.

Man wird sich der Beyträge zur -Historie und Aufnahmedes Theaters erinnern, von welchen im Jahr 1760. vier Stückzinn Vorschein kamen. Nicht der Mangel der guten Aufnahme,sondern andere Umstände machten ihnen ein zu kurzes Ende.Ich könnte es beweisen, daß Leute von Einsicht und Geschmacköffentlich die Fortsetzung derselben gewünscht haben. Und soviel man auch von dergleichen öffentlichen Wünschen, nach Ge-legenheit, ablassen muß, so bleibt doch noch immer so viel da-von übrig, als hinlänglich ist, mein gegenwärtiges Unterneh-men zu rechtfertigen.

Man sieht leicht, daß ich hiermit diese Theatralische Bi-bliothek als eine Folge gedachter Beiträge ankündigen will.Ich verliere mich, nach dem Sprichwortc zu reden, nicht mitmeiner Sichel in eine fremde Erndtc; sondern mein Recht aufdiese Arbeit ist gegründet. Von mir nehmlich schrieb sich nichtnur der ganze Plan jener periodischen Schrift her, so wie erin der Vorrede entworfen wird; sondern auch der größte Theilder darinn enthaltenen Aufsätze ist aus meiner Feder geflossen.Za ich kann sagen, daß die fernere Fortsetzung nur dadurchwegfiel, weil ich länger keinen Theil daran nehmen wollte.

Zu diesem Entschlüsse brachten mich, Theils verschiedene all-zukühnc und bittere Beurtheilungen, welche einer von meinenMitarbeitern einrückte; Theils einige kleine Fehler, die von Sei-ten seiner gemacht wurden, und die nothwendig dem Leser vonden Verfassern überhaupt einen schlechten Vcgrif beybringenmußten. Er übersetzte, zum Exempel, die Elitia des Machia-vclls. Ich konnte mit der Wahl dieses Stücks, in gewisserAbsicht, ganz wohl zu frieden seyn; allein mit seinem Vorbc-richte hatte ich Ursache, es ganz und gar nicht zu seyn. Ersagte unter andern dämme:Fragt man mich, warum ich nichtlieber ein gutes als ein mittelmäßiges Stück gewählt habe?