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4 (1838)
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Theatralische Bibliothek,

noch gewiß zu leisten hoffe, was ich in der Vorrede zu denBeyträgen versprochen habe. '

Zwcyerley wird man daselbst auch noch versprochen finden,womit ich mich aber jczt ganz und gar nicht abgeben will.Erstlich werde ich es nicht wagen, die dramatischen Werke mei-ner noch lebenden Landsleute zu beurtheilen. Da ich mich selbstunter sie gemengt habe, so habe ich mich des Rechts, den Kunst-richtcr über sie zu spielen, verlustig gemacht. Denn entwedersie sind besser, oder sie sind geringer als ich. Jene setzen sichüber mein Urtheil hinweg; und was diese ihre Leser bitten, dasmuß ich die mcinigcn gleichfalls noch bitten:clate cret'eencli eopism

Novarum hui Ipeetandi taeiurit eopiam

8Inv vitiis - -

Zwcytcns werde ich keine Nachrichten von dem gegenwärti-gen Zustande der verschiedenen Bühnen in Deutschland mitthei-len; Theils weil ich für die wenigsten derselben würde stehenkönnen; Theils weil ich unsern Schauspielern nicht gern einigeGelegenheit zur Eifersucht geben will. Sie brauchen, zum Theil,wenigstens eben so viel Ermunterung und Nachsicht, als unsreSchriftsteller.

Was die äusscrliche Einrichtung dieser theatralischen Biblio-thek anbelangt, so ist weiter dabey nichts zu erinnern, als daßimmer zwey Stück einen kleinen Band ausmachen sollen. Derletzte Band, von welchem ich aber noch nicht bestimmen kann,welcher es seyn wird, soll eine kurze chronologische Skiagraphicvon allem, was in den vorhergehenden Bänden vorgekommenist, enthalten, und die nöthigen Verbindungen hinzuthun, damitman die Schicksale der dramatischen Dichtkunst aus einmal über-sehen könne. An keine gewisse Zeit werde ich mich dabey nichtbinden; wohl aber kann ich versichern, daß mir selbst daranliegt, sobald es sich thun läßt, zu Stande zu kommen.