Theatralische Bibliothek.
0. i. Schönheiten und Fehler liegen hier sehr dicke untereinander. Ick könnte >ene gelesen haben, wenn diese ihnennicht so nahe roarcn. Hr. Thomson antwortete hierauf ansdem Stegreife:
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Is »II i :>slc, nnll all i ,va»t lrom tkoe.0. i. IVarum siehest du nicht überall Fehler, ehrenrührigerMitchcll? Marnm entdeckt sich deinem verdorbenen Augeauch einige Schönheit? N'och eine ungerechtere Verdam-mung, roenn es eine ungerechtere giebt, ist alles, roas ichvon dir verlange, und alles roas ich von dir crroarte- Aufdie Vorstellung, die ein Freund dem Hrn. Thomson that, daßman den Ausdruck lil-iktocl (verdorbenes Auge) für einepersönliche Anzüglichkeit annehmen könnte, weil Herr XNitchcllwirklich dieses Unglück hatte, änderte er das Beywort nlattc-äin dlastinF. (verderbend.)
Weil der Winter einen so allgemeinen Beyfall fand, soward Herr Thomson, besonders auf das Amathen des HerrnXNallet bewogen, auch die andern drey Zahrszcitcn auszuarbei-ten, mit welchen es ihm eben so wohl glückte. Die, welche da-von zuerst ans Licht trat, war der -Herbst; hierauf folgte derFrühling und endlich der Sommer.
Von jedem dieser vier Stücke, als ein besonders Gedichtbetrachtet, hat man gcurthcilct, daß es in Ansehung des Plansfehlerhaft sey. Nirgends zeigt sich ein besonderer Zweck; dieTheile sind einer den andern nicht untergeordnet; man bemerktunter ihnen weder Folge noch Verbindung: doch dieses ist viel-leicht ein Fehler der von einer so abwechselnden Materie un-trennbar war. Genug, daß er sich keiner Unfüglichkcit schuldiggemacht, sondern durchgängig lauter solche Scenen geschilderthat, die jeder Jahrszcit besonders zukommen.
Was den poetischen Ausdruck in den Zahrszcitcn anbelangt,so ist dicscr dcm Herrn Thomson gänzlich cigcn: er hat eineMcngc zusammengesetzter Worte eingeführt, Nennwörter in Zeit-wörter verwandelt, und kurz, cinc Art einer neuen Sprache ge-