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Lcbcn des Herrn Jacob Thomson. 163
schaffen. Man hat seine Schreibart als sonderbar und steif ge-tadelt, und wenn man dieses auch schon nicht gänzlich leugnenkann, so muß man doch zugestehen, daß sie sich zu den Beschrei-bungen vortrcflich wohl schicket. Der Gegenstand, den er mah-let, stehet ganz vor uns, und wir bewundern ihn in allemseinen Lichte; wer wollte aber eine natürliche Seltenheit nichtlieber durch ein Vergrößerungsglas, welches alle kleine Schön-heiten desselben zu entdecken fähig ist, betrachten, ob es gleichnoch so schlecht gefaßt ist, als durch ein anders, welches zu die-ser Absicht nichts taugt, aber sonst mit vielen Zicrathcn verse-hen ist? Thomson ist in seiner Manier ein wenig steif; aberseine Manier ist neu; und es ist niemals ein vorzügliches Genieaufgestanden, welches nicht seine eigene Weise gehabt hätte. Soviel ist wahr, daß sich die Schreibart des Herrn Thomsons zuden zärtlichen Leidenschaften nicht allzuwohl schickt, welches mannäher einsehen wird, wenn wir ihn bald als einen dramatischenDichter betrachten werden; eine Sphäre, in welcher er zwarsehr, aber doch nicht so sehr, als in andern Gattungen derDichtkunst geglänzct hat.
Die Bortreflichkcit dieser Gedichte hatte unserm Verfasser dieBekanntschaft vcrschicdncr Personen erworben, die theils wegenihres vornehmen Standes, theils wegen ihrer erhabnen Talenteberühmt waren. Unter den letzten? befand sich der D- Rundle,nachhcrigcr Bischof von Derry, welchem der Geist der Andacht,der überall in den Zahrszcitcn hcrvorstrahlct, so wohl gefallenhatte, daß er ihn der Freundschaft des verstorbenen KanzlersTalbot empfahl, der ihm die Aufsicht überfeinen ältesten Sohnanvertraute, welcher sich eben zu seiner Reise nach Frankreich und Italien fertig machte.
Mit diesem jungen Edclmannc hielt er sich drey Jahr langin fremden Ländern auf, wo er ohne Zweifel seinen Geist durchdie vortrefflichen Denkmähler des Alterthums, und durch denUmgang mit gelehrten Ausländern bereicherte. Die Vcrglcichungdie er zwischen dem neuen Italien und dem Begriffe anstellte,den er von den alten Römern hatte, brachte ihn ohne Zweifelauf den Einfall seine Freyheit, in drey Theilen zu schreiben.Der erste Theil enthält die Vcrglcichung" des alten und neuen
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