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Theatralische Bibliothek.
Italiens; der zweyte Griechenland , nnd der dritte Britannien.Das ganze Werk ist an den ältesten Sohne des Lord Talbotsgerichtet, welcher im Zahre 1734. auf seinen Reisen starb.
Unter den Gedichten des Herrn Thomsons findet sich aucheines zum Andenken des Isaac Newtons , von welchem wirnichts mehr sagen wollen, als dieses, daß.er durch dieses Stückallein, wenn er auch sonst nichts mehr geschrieben hätte, einevorzügliche Stelle unter den Dichtern würde verdient haben.
Um das Zahr 1728. schrieb Herr Thomson ein Gedicht,welches er Vritannia nennte. Sein Vorsatz war darinne, dieNation zu Ergreifung der Waffen aufzumuntern, und in denGemüthern des Volks eine edle Neigung anzuflammcn, das vonden Spaniern erlittene Unrecht zu rächen. Dieses Gedicht istbey weiten nicht eines von seinen besten.
Auf den Tod seines großmüthigen Beförderers des LordTalbots, welchen die ganze Nation mit dem Herrn Thomsonzugleich aufrichtig bctaucrie, schrieb er eine Elegie, welche ihremVerfasser, und dem Andenken des großen Mannes, den er dar-inne gepriesen hatte, Ehre machte. Er genoß, bey Lebzeitendes Kanzler Talbots, eine sehr einträgliche Stelle, die ihm die-ser würdige Patriot als eine Belohnung für die Mühe, den Geistseines Sohnes gebildet zu haben, zugetheilt hatte. Nach seinemTode behielt der Nachfolger desselben diese Stelle dem Hrn. Thom-son vor, und wartete nur darauf, bis dieser zu ihm kommen, unddurch Beobachtung einiger kleinen Formalitäten, sie in Besitz neh-men würde. Doch dieses versäumte der Dichter durch eine unver-antwortliche Nachläßigkeit, so daß zuletzt seine Stelle, die er ohneviele Mühe länger hätte behalten können, einem andern zufiel.
Unter die letzten Werke des Hrn. Thomsons gehöret seineBurg vcr Trägheit, (l^iMk- ol' Inllolonev) ein allegorisches Ge-dicht von so ausscrordcnllichcn Schönheiten, daß man nicht zuweit geht, wenn man behauptet, dieses einzige Stück zeige mehrGenie und poetische Bcurthcilungskraft, als alle seine andernWerke. Es ist in dem Stile des Spencers geschrieben, wel-chen die Engländer in den allegorischen Gedichten eben so nach-ahmen, als die Franzosen den Stil des Marots in den Erzch-lungen und Siimschriften.