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^172 Theatralische Bibliothek.
Controlleurs von America vcrschaft, deren wirklichen Genußer aber kaum erlebte. Herr Thomson ward von allen, dieihn kannten, sehr geliebt. Er war von einer offnen und cdclcnGemüthsart; hing aber dann und wann den gesellschaftlichenErgötzungen allzu sehr nach; ein Fehler, von welchem seltenein Mann von Genie frey zu seyn pfleget. Sein äußerlichesAnsehen war nicht sehr einnehmend, es ward aber immer an-genehmer und angenehmer, je länger man mit ihm umging.Er hatte ein dankbares Herz, welches für die geringste erhalteneGefälligkeit erkenntlich zu seyn bereit war; er vergaß, der lan-gen Abwesenheit, der neuen Bekanntschaft und des Zuwachseseigner Verdienste ungeachtet, seine alten Wohlthäter niemals,welches er bey vcrschicdncn Gelegenheiten gezeigt hat. Es isteine richtige Anmerkung, daß ein Herz, dem die Dankbarkeitmangelt, überhaupt der allergrößten Niederträchtigkeit fähig ist;wie ihm Gegentheils, wenn diese großmüthige Tugend in derSeele vorwirkt, gewiß nicht die andern liebenswürdigen Eigen-schaften fehlen werden, welche eine gute Gemüthsart ausmachen.Und so war das Herz unsers vortrefflichen Dichters beschaffen,dessen Leben eben so untadelhaft als lehrreich seine Muse war:denn von allen englischen Dichtern ist er derjenige, welcher sichvon allem, was unanständig war, am meisten entfernte, welchesZeugniß ihm unter andern auch Herr Ayrrleton in dem ange-führten Prologo ertheilt hat.
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Onv linv, vvkiek, cl^iiiA, coulll vvisli to klot.d. i. Seine keusche Muse brauchte ihre himmlischester zunichts, als zu Einflössung der edelsten Gesinnungen. Reineinziger unsittlicher, verderbter Gedanke, keine einzige K.inie,die er sterbend ausstreichen zu können, halte wünschen dürfen.
Zum Schlüsse muß ich noch erinnern, daß sein Bildniß,welches man vor diesem Stücke findet, nach demjenigen getreu-lich gestochen ist, welches vor seinen sämmtlichen Werken stehet,deren wir hoffentlich noch einmal gedenken werden.