Leben des Herrn Jacob Thomson.
des Herzens, so rein von allem LLigennuize, so fern von al-ler Runst, mit einer so großmüthigen Zreyheit, mit einemso standhaften Eifer, daß es mir Worten nickt auszudrückenist. Unsre Thränen mögen davon sprechen! Die schöne Ab-buchung in diesen Worten fiel ungcincin glücklich aus. Herr(üuin übertraf sich selbst, und er schien niemals ein größererSchauspieler, als in dem Augenblicke, da er von sich gestand,daß er keiner sey. Die Pause, der tiefe Seufzer, den cr damitverband, die Einlcnkung, und alles das übrige war so vollerRührung, daß es unmöglich ein bloßes Werk der Kunst seynkonnte; die Natur mußte dabey das beste thun.
Auch der Epilogus, welcher von dem Herrn iVeffingtonmit außerordentlicher Laune gehalten ward, gefiel ungcmcin.Diese Umstände nun, nebst der Ucberlcgung, daß der Verfassernunmehr dahin sey, vcrschaftc» diesem Trauerspiele eine neun-malige Vorstellung, die es an und vor sich selbst schwerlich würdegefunden haben. Denn, wie gesagt, es ist bey weitem nicht,irgend einem von den Thomsonschen Werken, an Güte gleich.Er hatte als ein dramatischer Dichter den Fehler, daß cr nie-mals wußte, wenn cr aufhören müsse; cr läßt jeden Charakterrcdcn, so lange noch etwas zu sagen ist; die Handlung stehtalso, während dieser gedehnten Unterredungen, still, und dieGeschichte wird matt. Nur sein Tancred und Sigismunöcmuß von diesem allgemeinen Tadel ausgenommen werden; dafüraber sind auch die Charaktere darinne nicht genug unterschieden,welche sich fast durchgängig auf einerley Art ausdrücken. Kurz,Thomson war ein gcbohrncr mahlerischer Dichter, welcher dieBühne nur aus cincm Bcwcgungsgrundc bestieg, der allzubckanntist, und dem man allzuschwcrlich widersteht. Er ist in der Thatder Acltstgcbohrne dcs Spencers, und cr hat cs sclbst oft be-kannt, daß cr das bcstc, was cr gemacht habe, der Begeiste-rung verdanken müsse, in die cr schon in seinen jüngsten Jahrendurch die Lesung dieses alten Dichters sey gesetzt worden.
Zm August 17-48 vcrlohr die Welt diese Zierde der poeti-schen Sphäre durch ein heftiges Fieber, welches ihn im 4ÄcnJahre seines Alters dahin riß. Vor scincm Tode ward ihmvon dcm Hcrrn George ^yttleton dic cinträglichc Stelle eines