Ansang aus dem Sch.iuspiclcr. 181
„ckcn sollte. Es ist daher kein Feuer, was wir bey ihm gc-
„wahr werden, sondern es ist Ungeschicklichkeit; es ist Unsinn--
Ans diesem wird man leicht urtheilen können, ob ein Schau-spieler des Leners ganz und gar überhoben seyn könne. Un-möglich; wenn man anders das, was wir angeführt haben,und nicht die blosse äußerliche Heftigkeit in der Stimme und in
den Bewegungen darunter versteht--Bis hierher hat der
Verfasser die innerlichen natürlichen Gaben betrachtet, nunkömmt er auf die äußerliche», und untersucht in dem viertenHauplsiücke, ob es vorrhcilhafr seyn würde, rvenn alle Per-sonen auf Vem Theater von ausnehmenver Gestalt waren?„Gewisse Zuschauer, welche das sinnliche Vergnügen dem geistigen„vorziehen, werden mehr durch die Schauspielerinnen, als durch„die Stücke vor die Bühne gelockt. Als Leute, die nur gegen„die Gestalt empfindlich, und immer geneigt sind, ein liebens-würdiges Gesicht für Talente anzunehmen, wollten sie lieber gar,„daß auch die alte Mutter des Grgons im Tartüff, die Madam„Pernelle, reißend wäre. — — Doch diese Herren verstehenden Vortheil der Zuschauer sehr schlecht, und noch schlechterverstehen sie das, was die Einrichtung der Komödie selbst er-fordert. Den erster» verstehen sie deswegen nicht, weil, wennes wahr wäre, daß mir ausnehmend schöne Gestalten auf demTheater erscheinen dürften, das Publicum nicht selten die vor-trcflichstcn Schauspieler entbehren würde, denen es sonst ankeiner Art von Gcschicklichkcit mangelt. Noch schlechter, wiegesagt, verstehen sie das, was die Einrichtung der Komödie er-fordert, nach welcher die äusscrlichcn Vollkommcuhcitcn unter dieActcurs nicht gleich vertheilt seyn müssen, ja nach welcher es sogar oft gut ist, wenn gewisse Actcurs einige von diesen Voll-kommenheiten ganz und gar nicht besitzen. „Regelmäßige Gc-„sichtszügc, ein edles Ansehen nehmen uns freylich überhaupt„für eine Person auf dem Theater ein; allein es giebt Rollen,„welche ihr weit besser anstehen, wenn ihr die Natur diese Vor-züge nicht ertheilt hat. Ich weis wohl, daß man, ohne von„dem Mangel der Wahrscheinlichkeit beleidiget zu werden, ja„daß man sogar mit Vergnügen eine junge Schöne die Person„einer Alten, und einen liebenswürdigen Schauspieler einen gro-