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4 (1838)
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Theatralische Bibliothek.

allein, rvelcke gebohren sind zu lieben, das Vorrreckt habensollten, verliebte Rotten zu spielen.Eine gewisse Sängerin,crzchlt der Verfasser, stellte in einer neuen Oper eine Prinzc-ßin vor, die gegen ihren Ungetreuen in einem heftigen Feuerist; allein sie brachte diejenige Zärtlichkeit, welche ihre Rolleerforderte, gar nicht hinein. Eine von ihren Gcscllschastcrin-ncn, die der Ursachen ungeachtet, warum zwey Personen voneinerley Profcßion und von einerley Geschlecht einander nichtzu lieben pflegen, ihre Freundin war, hätte gar zu gerne gc-wollt, daß sie diese Rolle mit Beyfall spielen möchte. Siegab ihr daher verschiedene Lehren, aber diese Lehren bliebenohne Wirkung. Endlich sagte die Lehrerin einmal zu ihrerSchülerin: Ist denn das, rvgs ick von ihnen verlange,so schrver? Seyen sie sick Sock an die Grelle der verra-thenen Geliebte! U)enn sie von einem Menschen, den siezärtlich liebten, verlassen rvürden, würden sie nickt voneinem lebhaften Schmerze durchdrungen seyn? Mürden

sie nickt suchen--Ick? antwortete die Actricc, an die

dieses gerichtet war; ick rvürde auf das schleunigste, einenandern Liebhaber zu bekommen suchen. Ja, rvenn dasist, antwortete ihre Freundin, so ist ihre und meine Mühevergebens. Ick rvcrde sie ihre Rolle nimmermehr gehörigspielen lehren. Diese Folge war sehr richtig; denn eine wahreZärtlichkeit auszudrücken, dazu ist alle Kunst nicht hinlänglich.Man mag sich auch noch so sehr bestreben, das unschuldige undrührende Wesen derselben zu erreichen; es wird doch noch im-mer von der Natur eben so weit unterschieden seyn, als es diefrostigen Liebkosungen einer Buhlcrinn, von den affcktvollcn Bli-cken einer aufrichtigen Liebhaberin sind. Man stellt alle übrigeLeidenschaften unvollkommen vor, wenn man sich ihren Bewe-gungen nicht überläßt, aber wenigstens stellt mau sie doch un-vollkommen vor. Man ahmet mit kaltem Blute den Ton einesZornigen schlecht nach, allein man kann doch wenigstens einigevon den andern äusscrlichcn Zeichen, durch welche er sich anden Tag legt, entlehnen; und wenn man in verschiedenen Rol-len schon nicht die Ohren bctricgt, so betricgt man doch wenig-stens die Augen. Zn den zärtlichen Rollen aber kann man eben