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4 (1838)
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Theatralische Bibliothek.

Zn dem dreyzehnten -Hauptstucke nimt der Verfasser, umdie Feinheiten des Schauspielers näher zu betrachten, diejeni-gen vor, welche dem Tragischen insbesondere zugehören.Man glaubt mit Recht, daß die Tragödie grosse Bewegungenin uns erregen müsse. Wenn man aber daraus schließt, daßsich folglich der Schauspieler diesen Bewegungen nicht ununter-brochen genug überlassen könne, so bctricgt man sich. Oft istes sehr gut, wenn er in denjenigen Augenblicken, in welchengemeine Seelen denken, daß er sich in der allcrgewallsamstcnBewegung zeigen werde, ganz vollkommen ruhig zu seyn schei-net. Zn dieser Abstcchung liegt der größte und vornehmsteTheil der Feinheiten, welche in dem tragischen Spiele anzu-bringen sind. Ein Paar Exempel werden dieses deutlichermachen.Die ausnehmende Gunst, womit Augustus den Cinnabeehrte, hatte den letzter» doch nicht abhalten können, sich ineine Verschwörung wider seinen Wohlthäter einzulassen. DasVorhaben des Cinna wird entdeckt. Augustus läßt ihn vorsich fordern, um ihm zu entdecken, daß er alle seine Untreuewisse. Wer sieht nicht sogleich ein, daß dieser Käufer um sovielmehr Ehrfurcht erwecken muß, je weniger er seinen Unwil-len auslasscn wird? Und je mehr er Ursache hat über dieUndankbarkeit eines Verräthcrs erbittert zu seyn, den er mitWohlthaten überschüttet hat, und der ihm gleichwohl nachThron und Leben steht, desto mehr wird man erstaunen, dieMajestät eines Regenten, welcher richtet, und nicht den Zorneines sich rächenden Feindes in ihm zu bemerken.Eben so deutlich fällt es in die Augen, daß je weniger manüber die Grösse seiner cntworfnen Unternehmungen erstauntscheint, desto grösser der Bcgris ist, den man bey andern vonseinem Vermögen, sie auszuführen, erweckt. Mithridkt mußdaher einen weit grösscrn Eindruck machen, wenn er seinenSöhnen die Entwürfe, die er den Stolz der Römer zu er-niedrigen gemacht hat, mit einer ganz gelassenen und einfälti-gen Art mittheilet, als wenn er sie mit Schwulst und Pra-lercy auskrahmct, und in dem Tone eines Menschen vorträgt,welcher den weiten Umfang seines Genies und die Grösse sci-ncs Muths gern möchte bewundern lassen.--Wenn man