Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
233
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Von den Trauerspielen deö Scncca,

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Kycus. Nun wohl; du sollst sterben.Megara- So werde ich denn meinem Gemahl entgegen gehen.Aycns. So ziehst du meinem Throne einen Knecht vor?XNegara, Wie viel Könige hat dieser Knecht dem Todegeliefert!

^cus. Warum dient er denn aber einem Könige?

Megara- Was wäre Tapferkeit ohne harte Dienste?

Aycus. Wilden Thieren und Ungeheuern vorgeworfen wer-den, nennst du Tapferkeit?

Megara- Das eben muß die Tapferkeit überwinden, wo-für sich alle entsetzen.

Diese kurzen Gegenreden, welche gewiß nicht ohne ihreSchönheiten sind, werden noch einige Zeilen fortgesetzt, bisL>ycus zuletzt auch die Abkunft des -Herkules antastet, und denalten Amphuryo also nöthiget, das Wort zu ergreifen.Mirspricht er, kömmt es zu, ihm seinen wahren Vater- nicht strei-tig machen zu lassen." Er führt hierauf seine erstaunlichenThaten an, durch die er den Frieden in der ganzen Welt her-gestellet, und die Götter selbst vertheidiget habe.Zeigen diesenicht deutlich genug, daß Zupitcr sein Vater sey, oder mußman vielmehr dem Hasse der Juno glauben? Was lästerst duden Zupitcr, erwiedert Ä.ycus? Das sterbliche Geschlecht istkeiner Verbindung mit dem Himmel fähig. Er suchthierauf alles hervor, was die göttliche Herkunft des -Herkulesverdächtig machen könne. Er nennt ihn einen Knecht, einenElenden, der ein unstätcs und flüchtiges Leben führe, und alleAugenblicke dcr Wuth der wildcn Thicrc Preis gegeben werde.Doch Amphitryo sitzt diesen Beschuldigungen das Exempel desApollo entgegen, dcr ein Hirte gewesen sey, dcr auf einer hcr-umirrcndcn Znscl sogar gcbohrcn worden, und mit dem erstenDrachen gckämpst habc. Er fügt hierzu noch das Beyspiel desBacchus, und zeigt auch an diesem, wie theuer das Vorrecht,als ein Gott gcbohrcn werden, zu stehen komme.

-L.ycus. Wer elend ist, ist ein Mensch.

Amph. Wcr tapfer ist, ist nicht elend.

K.ycns will ihm auch diesen Ruhm zu Schanden machen,und crwähnt mit einer schr spöttischen Art seines Abcntheucrs