Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
239
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den Trauerspielen dcö Sciicc.i.

23'.»

uns das Leben schenkte, hat cS auch wieder genommen ?c.Ilnd andere dergleichen Blümchen mehr.

vierter Auszug.Es ist geschehen. -Herkules hat den Ä.ycns mit allen seinenAuhäugcrn ermordet, und macht sich nunmehr gefaßt, den Göt-tern ein Opfer zu hringcn. Er ruft sie insgesamt dazu an,und nur die Kinder der Zuno schließt er davon aus. Er willgauzc Hccrdcn schlachten, und ganze Erndtcn von Wcyhrauchanzünden. Amphitryo der noch das Blut an den Handen seinesSohnes kleben sieht, erinnert ihn, sie vorher zu reinigen; dochHerkules antwortet:ich wünschte, selbst das Blut des verhaß-ten Hauptes den Göttern opfern zu können. Kein angcnch-mcrcs Naß würde je den Altar benetzt haben; denn dem Zu-pitcr kann kein fetteres Opfer geschlachtet werden, als ein un-gerechter König. Hierauf will er selbst das Opfcrgcbcthanfangen, ein Gebeth, das, wie er sagt, des Jupiters und sei-ner würdig sey. Er fängt auch wirklich an, und bittet nichtsgeringeres, als daß der Himmel und die Erde auf ihrer Stellebleiben, und die ewigen Gestirne ihren Lauf ungestört fortsetzenmögen; daß ein anhaltender Friede die Völker nähre, daß keinSturm das Meer beunruhige, daß kein erzürnter Blitz aus derHand des Jupiters schieße, daß kein ausgetretener Fluß dieFelder überschwemme, und daß nirgends ein wilder Tyrann re-giere ?c. Schon dieses Gebet ist unsinnig genug, um der An-fang zu einer förmlichen Raserey zu seyn. Diese äusscrt sichnunmehr auch auf einmal.Doch wie? Welche Finsternisseumhüllen den Mittag? Warum schießt Phöbus so trübe Blicke,ohne von einer Wolke verdunkelt zu seyn? Wer treibet denTag zu seiner Dcmmcrung zurück? Welche unbekannte Nachtbreitet ihr schwarzes Gefieder aus? Woher diese zu frühenSterne, die den Pol erfüllen? Seht, dort durchglänzct daserste der von mir gebändigten Ungeheuer, der Löwe, ein wci-tcs Gcficlde! Er glüct vor Zorn, und drohet tödliche Bisse.Er speiet aus dem offenen Rachen Feuer, und schüttelt dieröthlichc Mähne. Zczt wird er ein Gestirn herab reißen; jcztwird er des harten Herbstes und des frostigen Winters breiteZeichen überspringen, den Stier im Felde des Frühlings cm-