Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
242
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2-j2 Theatralische Bibliothek.

so stolz isti Warum vermisse ich an meiner Linken die Beutedes überwundenen Löwcns? Wo sind meine Pfeile?Wo der Bogen? Ich lebe, und man hat mir meine Waffenabnehmen können? Wer hat diesen Raub davon getragen?Wer hat auch den schlafenden Herkules nicht gcschcuct? Ichmuß ihn doch sehen, meinen Sieger; ich muß ihn doch sehen.Stelle dich, Sieger, den zu zeugen, der Vater den Himmelnochmals verlassen, und dem zugefallen die Nacht länger, alsmir, stille gestanden Was sehe ich? Meine Kinderermordet? Meine Gemahlin todt? Welcher zweyte Ä.ycus hatsich des Reichs bemächtiget? Herkules ist wieder gekommen,und doch erkühnt man sich zu Theben solcher Verbrechen? Hcr-bey Bocoticr, Phrygcr ?c. Zrigct mir den Urheber dieser gräß-lichen Morde! So breche denn mein Zorn auf meineFeinde los! Alle sind meine Feinde, die mir meinen Feindnicht zeigen.--Du vcrbirgcst dich, Alcidcns Sieger? Er-scheine :c. Laß uns ohne Anstand kämpfen. Hier stehe ichfrey und bloß, auf! greife mich mit meinen eigenen Waffenan. Doch warum entziehet sich Thcscus, warum ent-zieht sich der Vater meinen Blicken? Warum verbergen sieihr Antlitz? Hemmet dies Winseln! Saget, wer hat meineSöhne ermordet? Vater, warum schweigst du? Rede, Thcscus;aber rcdc so, wie ichs vom Thcscus gewohnt bin. Schweigtihr noch? Noch wcndet ibr voll Scham euer Gesichte weg?Noch fallen vcrstohlnc Thränen herab? Wessen hatman sich bcy solchem Unglücke zu schämen? Zst es Lu>)?sthenö;ist es das feindliche Heer des ermordeten L-^cus, von demdiese Niederlage kömmt? Ich bitte dich, Vater, bcy allenmeinen ruhmvollen Thaten bitte ich dich, sage, wer ist derMörder meines Geschlechts? Als wessen Beute habe ich un- tcrgclcgen?

Amph. Laß uns dics Unglück mit Stillschweigen übergehen.Herkules. Und ich sollte ungerochcn seyn?Amph. Schon oft ist die Rache schädlich gewesen.Herkules. Wer war je träge genug dergleichen Unglück zuerdulden?

Amph. Der, welcher noch grösser Unglück zu fürchten hatte.