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Theatralische Bibliothek.
lcrcy, von andern Künsten erborgen können, um sich mit destogrossem Vortheile zu zeigen. Zn dem zweyten Theile handelter von den Theils natürlichen, Theils erworbenen Eigenschaften,welche sowohl grosse Mahler, als grosse Dichter, haben müssen,und forscht den Ursachen nach, warum einige Jahrhunderte soviele, und einige fast gar keine berühmte Künstler gesehen ha-ben. Hierauf untersucht er, auf welche Weise die Künstler zuihrem Ruhme gelangen; an welchen Kennzeichen man es vor-aussehen könne, ob der Ruhm, in welchem sie zu ihren Zeitenstehen, ein wahrer Ruhm sey, oder ob sie nur ein flüchtigesAufsehen machen; und endlich aus welchen Merkmalen man eszuvcrläßig schlicsscn dürfe, daß der Name eines von seinen Zeit-genossen gerühmten Dichters oder Mahlers, immer mehr undmehr wachsen, und in den folgenden Zeiten noch grösser seynwerde, als er selbst zu seiner Zeit gewesen ist. Zn dem drittenTheile endlich trägt unser Abt verschiedene Entdeckungen vor,die er in-Ansehung der theatralischen Vorstellungen der Altengemacht zu haben glaubet. Zn den ersten Ausgaben seinesWerks, war diese Materie dem ersten Theile mit eingeschaltet.Weil sie aber doch nichts anders als eine Ausschweifung war,durch die man die Hauptsache allzulange aus den Augen vcr-lohr, so folgte er dem Rathe einiger Freunde, und machte ei-nen besondern Theil daraus. Dieser besondre Theil nun, oderdiese Ausschweifung ist es, welche ich hier meiner theatralischenBibliothek einverleiben will. Zch werde aber dabey für dicscs-mal nichts, als die Pflichten eines getreuen Ucbcrsctzcrs beob-achten; und meine Gedanken über verschiedene besondere Mei-nungen des Verfassers auf eine andere Gelegenheit »ersparen.
Viertes Stück. 1768.
XII. Geschichte der englischen Schaubühne.
Zch will hier bloß die ersten Züge einer Geschichte derenglischen Schaubühne entwerfen; und bloß in der Absicht,damit der Leser ohngcfehr wisse, wohin er die einzeln Theilederselben, die ich ausführlicher berühre, zu bringen habe.
Es findet sich eine Nachricht, die, wenn sie, wie nicht zu