Geschichte der englischen Schaubühne.
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Ohne Zweifel zwar mit der gröbsten Satyrc, und mit derplumbstcn Nachahmung der aller ärgerlichsten Sitten, die nichtsweniger als bessern kann; doch dieses konnte im Anfange, zuden damaligen Zeiten, nicht wohl anders seyn, und man hättesie folglich nicht so wohl ganz unterdrücken, als nur einschrän-ken sollen.
Nach einer so scharfen Ahndung aber mußte sich alles, waseinem Schauspiele ähnlich sahe, aufs neue unter den Mantelder Religion verbergen, und man sahe wieder nichts als KIMe-rios vorstellen. Zm Zahr 1378 überreichten die College » derSt. Paulusschulc dem K. Richard dem zweyten eine Bittschrift,und baten darinn „daß gewissen uncrfahrncn Leuten Einhalt„geschehen möchte, welche sich unterfangen hätten, die Geschichte„des alten Testaments vorzustellen; weil es zu der Kläger Nach-theile geschehe, als welche sich in grosse Kosten gesetzt, um die-selben zur Wcihnachtzcit öffentlich zu spielen." Hieraus siehtman, daß die Collcgcn der St. Paulusschulc damals schon ge-wisscrmasscn im Besitz waren, dergleichen Mystcrics aufzuführen,und daß sie es für Geld thaten. Wenn man also auch nurdiesen Zeitpunkt als den ersten des englischen Theaters anneh-men wollte, so würde man es doch noch für älter als das fran-zösische erkennen müssen; denn es ist gewiß, daß die Franzosenmit den heiligen Vorstellungen der Brüder der Paßion, höhernicht als bis 13!18 hinaus gehen können.
Unter der Regierung -Heinrichs des vierten, und zwar indem cilftcn Jahre derselben, s140l>) wurde von den LondonschcnKirchendienern (^-»-itl, - eiei-Ics) ein Schauspiel von Erschaffungder Welt aufgeführt, welches ganzer acht Tage währte, und beywelchem der größte Theil des englischen hohen und niedrigenAdels zugegen war.^) Von Erschaffung der Welt kann es wohlschwerlich allein gehandelt haben; und man vermuthet daher,daß es vielleicht dasjenige Schauspiel gewesen sc>,, von welchemin der Cottonianschcn Bibliothek »och bis jetzt eine Handschrift
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(°°) Man sehe den Diiiiugv o» I'liix« !>>«> m-iv«!>s, welchen Dodklevseiner Sammlung beygefügt, und der bcv Gelegenheit der Lollicrschen Slrci-ligkeit abgefaßt worden. S. 19.