Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
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Theatralische Bibliothek.

tcrs Philipp Sidney ersehen.Unsere Trauerspiele und Lust-spiele, sagt er in seiner Vertheidigung Scr Dichtkunst,be-obachten weder die Regeln des Wohlstandes, noch der Dicht-kunst. Die eine Seite des Theaters ist Asien und die andereAfricaz und dazwischen liegen noch so viele Königreiche, daßjeder auftretende Schauspieler es sein erstes Wort muß seynlassen, uns zu sagen, wer und wo er sey, weil man seineRede sonst unmöglich würde verstehen können. Mit cincmmalkommen drey Frauenzimmer, welche Blumen suchen, und wirmüssen glauben, daß das Theater einen Garten vorstelle.Nebenher hören wir, daß ein Schiff auf eben demselben Platzeverunglückt sey; und nun muß das Theater ein User oder einFels seyn. Gleich darauf erscheint in dem Hintertheile derSchaubühne ein entsetzliches Ungeheuer, welches Feuer spcyet,und das Theater ist folglich eine Höhle. Nun kommen ge-schwind ein halb Dutzend Kerle mit Schwerdtcrn und Schil-dcn, die ein Kriegeshecr vorstellen, herein gelaufen, und wirwerden gebeten, das Theater für ein Schlachtfeld zu halten?c.So gehen unsere Dichter mit dem Orte um; und mit derZeit sind sie noch weit freygebiger. Gewöhnlicher Weise ver- liebt sich ein junger Prinz in eine junge Prinzcßin; nach man-chcrlcy Unglück und Verwirrung kömmt die Prinzcßin in ge-segnete Umstände, und wird zu gehöriger Zeit von einem ge-funden und Wohlgestalten Knaben entbunden. Dieser wirdvcrlohrcn, findet sich wieder, wird groß, verliebt sich, undwürde vielleicht selbst wieder einen jungen Sohn sehen, wennnicht der Vorhang zufiele zc.

Endlich ward zu Anfange des vorigen Jahrhunderts dasenglische Theater auf eine weit Höhcrc Staffel der Nollkommcn-hcit gebracht. Shakcspear, Neaumont, Fletcher und BcnJohnson waren die großen Genies, die es mit unsterblichenWerken bereicherten, und es auf einmal zu einem Theater mach-ten, welches, nach dem Griechischen, für einen Kenner derschönen Wissenschaften das aller interessanteste ist, und demAnsehen nach auch bleiben wird.

Von dicscr Zcit an kann man die Geschichte des englischen