Geschichte der englischen Schaubühne. 319
unnatürlich; voller Metaphern, Allusionen, Allcgoricen undAnalogiccn. Und ob man schon damals weit bessere Musterder Sprache auszuweisen hatte, dergleichen die Schriften einesSidney und Spenser waren, so sand er doch an dem Hofeder Königin Elisabeth einen so ausserordcntlichcn Beyfall, daßeine Hofdame, die den LLuphues nicht lesen, und sich nach sei-ner Art nicht ausdrücken konnte, damals eben so wenig geach-tet ward, als itzt eine, die nicht französisch spricht. Scchse vonSullys dramatischen Stücken sind, unter dem Titel der Hofko-msdien, verschicdnc Zahre nachher zusammen gedruckt worden.Sie hcisscn: Alexander und Campaspe; LLndymion; Galachea;XNydas; Sappho und Phaon und Murrer Dombie- Dieerste hat Dodsley dem zweyten Bande seiner Sammlungeinverleibet.
Iasper 'Heyrvood. Ein Sohn des obcngcdachtcn JohnHe^woode; gegen 1535 zu London gebohren. Er verlies mitseinem Vater England, und trat zu St. Omer in den Jcsui-terordcn. Vorher als er noch in Oxford studirtc, hatte er ei-nige von den lateinischen Trauerspielen, die unter dem Namendes Sencca angeführet werden, übersetzt; und dicscrwegcn ge-denke ich hier seiner. Den rasenden -Herkules nehmlich, dieTroianerinnen und den Thyest. Zn den Trosanerinnen hater verschiedene Veränderungen und Zusätze angebracht. DieZusätze bestehen in einige sechzig Zeilen zu Ende des Ehorusnach dem ersten Auszuge; in einer ganzen Scene zu Anfangedes zweyten Auszuges, in welcher er den Geist des Achilles er-scheinen und ihn die Opferung der Polyxcna verlangen läßt;desgleichen in drey Strophen, zu dem Chöre nach dem zweytenAuszüge. Die Veränderungen betreffen vornehmlich den Chordes dritten Auszuges, welcher in der Urschrift fast aus lauterNamen fremder Gegenden bestehet, und an dessen Statt er ei-nen für seine Leser verständlichern cingcschobcn hat. — Er starb1598. zu Ncapolis.
Wie die Stücke dieser und der übrigen Zcitvcrwandtcn Dich-ter beschaffen gewesen, kann man aus folgender Stelle des Rit-