Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
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Theatralische Bibliothek.

so glücklich auf das Theater gebracht hatte, auch noch von einerandern Seite, mit nicht geringerm Glücke, vorgestellt werdenkönnen. Der neue Spieler war in allen seinen HandlungenSpieler und der Zuschauer erkannte ihn durchgängig darinn.Sein Bedienter war der einzige, dem die herrschende Leidenschaftseines Herrn für das Spiel bekannt war; seine Gebieterin selbstwußte von dieser seiner Schwachheit nichts; sie bildete sich viel-mehr ein, daß er sein einziges Vergnügen an der Wcltwcishcitund an den schönen Wissenschaften habe, und daß er es nuraus Bescheidenheit und Wohlstand nicht cingestchcn wolle. Da-hin deutete sie denn auch alle Handlungen, die etwa seine wahreMeynung hätten verrathen können. Die Verwicklung des Stückswar einfach und voller Handlung, deren Feuer sich bis an dasEnde vermehrte. Die Fabel war folgende.

Zn dem ersten Aufzuge ist der Spieler auf dem Puncte sichzu vcrhcyrathcn, und der Oheim seiner Braut kömmt mit demNotarius, ihn den Hcyrathscontract unterzeichnen zu lassen. DerNotarius verlangt seine Bezahlung von ihm, da er aber allesdie vorhergehende Nacht verloren hat, so weis er ihn in derGeschwindigkeit nicht besser los zu werden, als daß er ihm einegoldene Tabaticrc verspricht, und ihn also sehr zufrieden fort-schickt. Kaum ist der Notarius weg, so kömmt ein Schuldner,der ihn um fünf und zwanzig Pistolen mahnet, die er ihm ehe-dem geliehen. Eine neue Verwirrung, und neue Complimcntc;doch der Schuldner bleibt hartnäckig und läßt sich nicht abwei-sen; was ist also zu thun? Der Spieler giebt ihm seinen Hcy-rathscontract zum Untcrpfandc, und verspricht ihm, daß er ihnvor allen andern von dcr Mitgift bezahlen wolle. Kurz daraufmeldet man seine Gebieterin bey ihm an; und weil er von ihrfür keinen Spieler angesehen seyn will, so steckt er geschwindein Spiel Karten, welches auf dem Tische lieget, zu sich in dieTasche. Indem er aber das Schnupftuch herauszieht, reißt erzum Unglücke einen Theil derselben mit heraus, welche scincrGebieterin vor die Füsse fallen, die doch im geringsten kcincüble Auslegung davon macht, sondern ihn mit dem Gebrauche,den Gelehrte gemeiniglich von den Karten machen, auf eine