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Theatralische Bibliothek.
habcr der Flaminia; Albert, des Panralon Freund; -Horrense,des Albert Tochter, an den Lelio versprochen; Sc«ramouche,des Lelio Freund; -Harleqmn, Bedienter des Pantalon. DieScene ist in dem Hause des Pantalon.
Pantalon cröfnet die Scene, indem er den Harlcqnin ausdem Hause jagt, weil er ihn wegen seiner Dummheit, und sei-ner übrigen bösen Eigenschaften, die er ihm vorwirft, unmöglichlänger im Dienste behalten könne. Lelio kömmt dazu, tröstetden Harlcquin und verspricht ihn bey seinem Freunde, demScaramouchc, unterzubringen. Er schreibt ihm daher ein Em-pfehlungsschreiben, welches Harlequin mit vielem Vergnügenhintragen will. Lelio, der sich einer ausserordcntlichcn Aufrich-tigkeit überall befleißiget, rühmt anfangs in seinem Briefe dieguten Eigenschaften dieses neuen Bedienten, kann sich aber dochnicht enthalten hinzuzusetzen, daß Harlcquin ein dummer Teu-fel, ein Säufer, ein Taugenichts sey zc. Harlequin händigetden Brief dem Scaramouche ein, der ihn, nachdem er den Briefgelesen, geschwind wieder abweiset, und sich wcgbegicbt. Pan-talon tritt mit seinem Sohne Lelio auf; er sagt ihm gleich an-fangs, daß er seine Hcyrath mit Hortcnsen, der Töchter desHerrn Albert, richtig gemacht, und nun auch die Verbindungdcr Flaminia mit dem Mario zu Stande bringen wolle.
Pantalon sagt seinem Sohne im Vertrauen, daß er sehrwichtige Ursachen habe, diese beyden Hcyrathcn zu gleicher Zeitvollziehen zu lassen; und zwar sey dieses die vornehmste, weiler wegen des wichtigen Processes, den cr itzt habe, dem Mariodie fünfzig tausend Thaler nicht geben könne, die cr ihm alsdie Ausstcncr dcr Flaminia versprochen, und daß also, um dochsein Wort zu halten, Lelio die Hortcnse auf das eheste hcyra-thcn müsse, damit das Hcyrathsgut, welches cr mit ihr be-komme, unterdessen dem Mario, als die Mitgift dcr Flaminiagcgebcn werden könne. Dicscs nun, was Pantalon hier scincmSohne vertrauet, will sich durchaus nicht zu dcr Aufrichtigkeitschicken, dcrcn sich dcr letztere befleißiget; unterdessen versprichtcr doch, nichts davon zu sagen, und Pantalon geht ab. Fla-minia kömmt hierauf und findet ihren Bruder; der ihr sagt, crhabe cbcn itzt gehört, daß sie den Mario heyrathen solle, cr