Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
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Theatralische Bibliothek.

alles, denket auf Mittel sich zu rächen, und bittet sie, gleichfallsdarauf bedacht zu seyn. Harlcauin kömmt, Violetten zu besu-chen, und crzchlt ihr, daß ihn Lclio argwöhnisch gegen siemachen wollen; Violette gcräth darüber in Zorn, und ihreGebieterin sagt ihr ins Ohr, daß ihr ein Mittel, sich zu rächen,bcyfallc; sie setzt hinzu, sie wolle dem Mario schreiben, daß sieihn gern die folgende Nacht sprechen möchte, Violette solle un-terdessen sich des Harlcquins versichern, damit man von allenTritten und Schritten seines Herren Nachricht haben könne.Nachdem Violette wider den Lclio genug losgezogen, schlägt siedem Harlcauin vor, sie wenn es Nacht geworden zu besuchen,doch mit der Vorsicht, sich zu verkleiden; sie wolle ihn, sagtsie, nahe an dem Zimmer verbergen, wo sich ihre Gebieterinmit dem Mario unterhalten werde; wenn Mario alsdcnn wegsey, wurden sie Zeit genug haben, mit einander zu plaudern.Harlcauin findet diese Einrichtung sehr vernünftig, nur befürch-tet er, sein Herr werde ihm nicht auszugehen erlauben; unter-dessen verspricht er doch, sein Bestes zu thun. Violette wünschtsich, bey Seite, einen glücklichen Fortgang dieser Intrigue, blosum das Vergnügen zu haben, den Lclio eifersüchtig zu machen,und sich dadurch an ihm zu rächcn. Harlcauin, der seinen Her-ren mit dem Mario kommen sieht, gehet ab, sich zu verkleiden.Mario stattet dem Lclio von dem, was er ihm aufgetragen,Bericht ab, crzchlt wie strenge sich Flaminia gcgcn ihn erzeigthabe, und wünschet seinem Freunde von Herzen Glück. Lclioglaubt ihm bald, und bald ist cr wieder mißtrauisch, endlichhält er es für völlig ausgemacht, daß die vorgegebene Liebe desMario der Flaminia nicht mißfallen habe, und verläßt ihn alsovoller Unruhe. Mario ist in der größten Verwirrung, undeben kömmt Violette und bringt ihm den Brief ihrer Gebiete-rin, mit Bitte, dem Lclio davon Wind zu geben. Sie ver-sichert ihm, daß der Dienst, wclchcn cr der Flaminia hierdurcherwcisc, ihm auf keine Weise nachthcilig seyn solle; cr versprichtzu gchorchcn, gchct ab, und Violcttc bcgicbt sich gleichfalls schrvergnügt weg. Das Theatcr verändert sich, und stellt dasZimmer des Lclio vor. Man ficht, wie Harlcauin dasclbst untcrvcrschicdncn Verkleidungen wählet, wie er sich entschließet, zwey