Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
371
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Entwürfe nngcdrucktcr Lustspiele des italiänischen Theaters. ,271

auf einmal zu nehmen, im: desto uiicrkcnntlichcr zu seyn, lindsich wirklich in dieser Absicht auszukleiden anfängt. Lclio über-rascht ihn in dieser Beschäftigung, und fragt ihn, was er ma-chen will. Harlcquin bekennt ihm, daß Violette ihn zu sichbestellt habe, und bittet ihn bald mit Weinen, bald mit La-chen, sein gutes Glück nicht zu verhindern. Lclio verspricht esihm, sagt aber, daß es noch nicht Nacht sey, und er also nochZeit genug habe, sich zu verkleiden. Harlcquin umarmet seinenHerrn, und macht vcrschicdnc freudige Z.az;is. Zndcm tritt einBedienter herein, der dem Lclio cincn Brief vom Mario bringt,in welchem ihm dieser meldet, daß Flaminia ihn (den Mario)zu einer nächtlichen Unterredung gebeten habe, daß er gehindertworden, ihm mündlich davon Nachricht zu geben, und daß erohne seine Einwilligung nichts untcnnchmcn wolle. Lclio schließthieraus, daß cr die Flaminia mit Recht in dem Ncrdacht ge-habt habe, daß ihr die Licbe des Mario nicht mißfalle, und crfolglich nicht so schr geliebt werde, als man es ihm beredenwolle. (Der Schauspieler muß hier wohl Acht haben, daßer Unruhe, aber nicht Eifersucht verrathe; und eben diesenUnterschied zwischen beyden soll der Verfasser dieses Stücks,welcher die Rolle dcs Lclio selbst spielte, unnachahmlich beob-achtet haben.) Lclio fasset den Entschluß, dem Mario zu schrei-ben, daß er die Einladung dcr Flaminia annchmcn, und ihmmorgen davon Nachricht geben solle. Er ruft, fordert von demHarlcquin die nöthigen Dinge zum Schreiben, und unter an-dern auch Licht. Äucht? sagt Harlcquin ganz freudig; also istes Nacht? Nein, antwortet Lclio; sondern ich brauche nurSucht. Harlcquin bringt ihm alles, was cr gefordert hat; seinHerr schreibt, versiegelt den Brief, giebt ihn dem Bedienten dcsMario, fertiget ihn ab, steckt den Brief des Mario zu sich,und sagt, daß ihm eben eine gutc List bcygcfallcn scy. Harlc-quin sindct, daß dic Nacht dicscsmal länger ansscnblcibc, alsgewöhnlich. Lclio ficht ihn mit cincm kaltsinnigcn Blicke an,und wirft ihm vor, daß cr ihm nicht dic Art und Wcisc ver-trauet habe, wie ihn Violette in das Haus hineinbringen wollc.Harlcquin antwortet ihm, daß sie ihn an der Thüre erwartenwerde, und wicderhohlt alles, was man in dcr vorigcn Sccnc

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