Entwürfe ungedruckter ^usispicle des italiänischen Theaters, 373
ob sie ihn für dc» Harlcauin halte. Nach verschiednen A.az;isvon beyden Seiten, empfiehlt er ihr mit leiser Stimme, jawohl Acht zu haben, daß sie nicht durch irgend ein Licht ver-rathen würden. Zudem kömmt gleich Flaminia, die ein Lichtin der Hand hat; sie will sich nach dem Fortgangc ihres An-schlages erkundigen; Violette läuft ihr voller Zorn entgegen,und schmält, daß sie so ungeduldig und unvorsichtig ist, sie zuso unrechter Zeit zu beleuchten. Flaminia bcgicbt sich weg.Violette sagt zu dem Lclio, daß sie das Licht aus dem Zimmergenommen habe, in welches sie ihn führen wolle; sie nennt ihnbeständig Harlcauin, läßt ihn zu der Thüre hinein, die mittenauf dem Theater ist, und schließt nach ihm zu. Flaminiakömmt abermals wieder, mit einem Wachslichtc in der Hand,ruft Violetten und schilt, daß sie itzt allein und ohne Licht indem Zimmer sey, da sie vielmehr den Mario an der Thüre er-warten sollte. Sie befiehlt ihr um so vielmehr zu eilen, weilsie von dem Balcon einen Vorbeygehen sehen, von dem sieglaube, daß er es gewesen sey. Inzwischen aber geben sie ein-ander mit Zeichen zu verstehen, daß Lclio dort eingeschlossensey, und sie also leise reden müßten. Violette geht, den Ma-rio zu erwarten, und Flaminia bleibt allein und wünschet sichheimlich zu ihrer bevorstehenden Rache Glück. Mario kömmt;Flaminia begegnet ihm sehr hart, und sagt, daß sie ihn nurdeswegen habe rusfcn lassen, um ihm zu verbieten, jemals wie-der vor ihre Auge» zu kommen. Er geht, dem Ansehen nach,in der größten Bestürzung fort, und Flaminia fährt, nach sei-nem Abtritte, fort, vor sich theuer zu versichern, daß sie nieeinen andern als den Lclio lieben werde. Dieser hört es,macht ein Geräusch und will sich vor Freuden zu den Füssen der Flaminia wcrffcn; Flaminia aber thut, als ob sie furcht-sam wäre, und einen Dieb zu hören glaubte, und ruft umHülfe. Alle Bediente aus dem Hause kommen bewaffnet herzu;sie befiehlt ihnen ganz laut, sich eines Diebes zu versichern, derin dem nächsten Zimmer verschlossen sey, leise aber sagt sie,daß sie alles, was sie ihnen befohlen habe, ja wohl beobachtenund es genug seyn lassen sollten, ihm Furcht einzujagen. Manöfnct die Thüre; Lclio dringt heraus, rennt die Bedienten