Entwürfe ungedruckter Lustspiele des italiänischen Theaters. 38t
Noch hatte Harlcquin eine sehr lustige, episodische Scenedarinn; als er nehmlich aus dem Hause seines Herrn herauskam, und sein Ränzel mit sich brachte, damit es nicht etwamit verbrennen möge. Er sucht es durch, und da er sein bestesHemde nicht darinn findet, so geht er wieder hinein, um diesesnoch zu hohlen. Er bringt es auch wirklich, sieht aber, als erzurück kömmt, daß ein Dieb mit seinem Ränzel, davon geht.Er betrachtet ihn, sieht ihm nach, und der Dieb läßt sich auch,auf eine komische Weise, auf allen Seiten und in mancherleyStellungen von ihm betrachten, so daß diese stumme Scene,nach vielfältigem hin und wicdcrgchcn, sehr lächerlich ausfällt.Der Dieb kömmt endlich mit dem Ränzel davon und Harlcquinkömmt allein wieder vor auf das Theater, und spottet überden Dieb, daß er gleichwohl sein bestes Hemde nicht bekommenhabe, welches er den Zuschauern in einem sehr elenden Zu-stande weiset.
3) I>Impst!ent; in einem Auszüge, nach dem Entwürfe desHerrn Coypcl, den 1t> November 1717. zum erstenmaleaufgeführt.
Lclio, welches der Charakter eines sehr ungeduldigen Men-schen ist, der sich in beständiger Bewegung befindet, wird Knallund Fall in die Flaminia, die Tochter des Doctors verliebt,und wird wegen der Hcyrathspunktc so geschwind einig, als obes die größte Kleinigkeit bcträffc. Flaminia, die diesen ihrenkünftigen Gemahl nicht liebt, fällt auf eine List, ihm die Ver-bindung mit ihr zuwider zu machen. Sie redet nehmlich, in derersten Zusammenkunft, die sie mit ihm hat, mit einer so merk-lichen Langsamkeit, daß sie jedes Wort zu articulircn, eine ge-raume Zeit nöthig hat. Lclio verräth alle Augenblicke seine Un-geduld, und da cr cs endlich nicht länger aushalten kann, ver-läßt er die Flaminia auf einmal, bcgicbt sich zum Doctor undersucht ihn, ihn seines gegebenen Wortes, dessen Tochter zu hcy-rathcn, zu erlassen. Mario, der Liebhaber der Flaminia, machtsich dicscn Bruch zu Nutze, hält bey dem Doctor um sie an,und bekömmt sie.