Entwttrfe nngcdruckter Lustspiele des italienischen Theaters. 3i1A
Theil haben will, und den sie höchst ausschweifend und unver-schämt findet, ungcmcin ausgebracht, und schicket den Brief anJulien. Diese aber verlieret ihn und er fallt dem Alccste indie Hände, der bereits den Argwohn gefaßt, daß Hortcnsc gegendie Liebe des Pamphilus so unempfindlich vielleicht nicht sey, alssie sich in dem ersten Auszüge gestellt. Er giebt es zu Anfangedes zweyten Auszuges dem Horaz zu verstehen, und zeiget ihmden unglücklichen Brief, den er gefunden. Horaz vergißt nichts,ihn wegen seines Ncffcns zu beruhigen, dessen Charakter es sey,leere Einbildungen für Wirklichkeiten zu nehmen. Alccste schei-net auch von seinem eifersüchtigen Argwohne wieder gchcilct.Es sind noch verschiedene andere Scenen in diesem Auszüge,deren Ordnung vielleicht, aus Mangel des Gedächtnisses, einwenig verrückt worden, deren Inhalt aber ohngcfehr dieser ist:Zn einer von diesen Scenen hat Pamphilus eine Unterredungmit seiner Ehegattin, der Julia, welche, nachdem sie ihresMannes Anschlag aus dem Briefe, den ihr Hortcnsc zugeschicktund sie nachhcro verloren, ersehen, List gegen List setzet, undihren Mann beredet, daß sie nicht aus den Ball gehen werde,weil die Pflicht sie zu ihrer kranken Anvcrwandtin nach Ver-sailles rufe. Pamphilus spottet über dieser Pflicht, die sie anihrem Vergnügen hindere. Er hat dem Harlcauin aufgetragen,der Zulia eine Trennung vorzuschlagen, und erinnert ihn itztganz leise daran. Harlcquin gehorcht, und sagt zur Zulia, daßdie Gleichgültigkeit, die ihr Gemahl gegen sie habe, ohne Zwei-fel daher komme, weil sie einander beständig vor Augen hätten,und daß sie sich seltener sehen müßten, wenn sie sich lange mitVergnügen sehen wollten. Pamphilus giebt dieser neuen Ent-deckung des Harlcquins seinen Beyfall; Zulia aber erzürnt sichwider ihren unwürdigen Gemahl, der sich zu der Trennung sobereit finden läßt. Pamphilus antwortet, daß es eigentlichkeine Trennung, sondern vielmehr ein Mittel sey, sich destofester zu vereinigen. Zn einer andern Scene ist Hortcnsc un-gcmcin betrübt, wcil sie ihren Alcest verdrießlich sieht; da sieaber von Julien hört, daß sie den Brief des Pamphilus, densie ihr zukommen lassen, verloren habe, so zweifelt sie cbcn sowenig als ihre Freundin, daß Alccste ihn müsse gefunden und