Theatralische Bibliothek.
Argwohn daraus geschöpft haben. Es schließt sich der zweyteAuszug mit ciucr Scene in dem italiänischen Geschmacke, welchesehr vielen Beyfall fand. Sie ist folgende: Da der Ball nun-mchro bald angehen soll, so kömmt Trivclin als ein Cavalicrverkleidet, um seiner geliebten Mademoiselle Bcccarre unter die-ser Verkleidung Liebkosungen vorzusagen; Harlcquin erscheinetgleichfalls seiner lieben Amila wegen, und hat die Kleider sei-nes Herrn, des Pamphilns angezogen. Von diesen Bedientenalso, die beyde auf gutes Glück ausgegangen, will gern keinereinen übcrlästigcn Zeugen um sich leiden, und es bittet dahereiner den andern, geschwind abzutreten, wozu sich aber wederdieser noch jener verstehen will. Sie vertrauen sich wcchscls-wcisc die Ursache, warum sie hichcr gekommen, und dieses aufeine so unbesonnene Art, daß sie beyde gar bald sehen, daßeiner in des andern Frau verliebt ist, und keiner unerhört ge-blieben. Zeder sagt von seinem Nebenbuhler, was er nurschlimmes von ihm weis, und sie machen eine so wahre Ab-schildcrung von einander, daß sie sich unmöglich verkennen kön-nen. Sie gerathen beyde darüber in Wuth, und wollen sichbeyde rächen; der eine fordert seinen Degen, und der andereseine Pistolen. Weil diese Scene zur Nachtzeit vorgehet, soverirren sich ihre Weiber, die unter dem Namen Amila undBcccarre dazu kommen, und jede von ihnen wendet sich an ih-ren Mann, indem sie mit ihrem Liebhaber zu sprechen glaubt.Die Männer fangen an zu zanken, allein die Weiber nehmennoch einen weit trotzigern Ton an, und es kömmt zu Schlä-gen. Sie prügeln ihre Männer wacker durch, und lassen sietrefflich zerzauset stehen. Die beyden Männer sehen einandereine Zeitlang an, ohne ein Wort zu sprechen; hierauf hebteiner dem andern Parückc und Hut auf, machen sich wcchscls-wcise wieder zurecht, und umarmen sich sehr zärtlich, womit sichder zweyte Aufzug endet.
Dritter Aufzug. Die Anschläge, die in den vorigen Aufzü-gen gemacht worden, werden in diesem nun ausgeführt. DieScene ist in dem Saale , wo der Ball gegeben wird. Pamphi-lus bcgicbt sich in den Kleidern seiner Julia dahin, so wie ercs sich in dem Briefe an Hortcnscn vorgenommen; und Julia,