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Theatralische Bibliothek.
er schon vorher gcäusscrt, sich von ihr scheiden zu lassen. Zuliaist es zufrieden, Horatius findet, daß sie Recht hat lind sagtzu seinem unwürdigen Neffen, daß er auf seine Erbschaft weiterkeine Rechnung machen dürffc. Das Stück schließt sich alsoauf der einen Seite mit einer Ehescheidung und auf der andernmit der festgesetzten Vermählung des Alccstc und der Hortcnsc.2) I^a Vvuvt- ü, I» kloclsi; in drey Auszügen, von dem
Herrn von Saint-Foi>, zum erstenmal aufgeführt den 2l>.
März 172k.
Personen. Dorante, President und Oheim des Dämon undder Eliante. Dämon, Liebhaber der Eliantc. Eliante, einejunge Wittwe und Liebhaberin des Dämon. Pasqmn, Bedien-ter des Dämon. Dorimene. Marrhon, Mädchen der Eliantc.Eiferte, Mädchen der Dorimcnc.
Dämon und Eliante, ob sie gleich in einander verliebet sind,lieben ihre Freyheit doch weit mehr, als selbst das leichte Band,welches sie itzo noch vereiniget. Sie sind beyde gleich geneigt,eine ernsthaftere Verbindung, dergleichen die Hcyrath seyn würde,zu fliehen. Dorante, des Dämons Oheim, hat sich vorgenommen,ihn mit Eliantcn zu vcrhcyrathcn, die gleichfalls seine Nichteist. Beyde aber setzen sich gleich sehr darwidcr und geben ihreGesinnungen, indem sie mit ihrem Oheim sprechen, ausfolgendeArt zu verstehen.
„Llianre. Uns mit einander zu vcrhcyrathcn! So sind sie„es üdcrdrüßig, uns als gute Freunde zu sehen?
„Pasquin. Es ist auch wahr! Warum wollen Sie nun„unter Anverwandten Uneinigkeit stiften?
„Doranre- Wie? Euch mit einander vcrhcyrathcn, hcißt„Uncinigkcit unter euch stiften? Liebt ihr euch denn nicht?
„Dämon. Madame gefällt mir. Meine Gedanken beschäf-tigen sich mit ihrem Bilde lieber, als mit dem Bilde einer„andern. Aber da alle artige Frauenzimmer einander gcwisser-„Massen ähnlich sind, so untcrhaltc ich die Zärtlichkeit, die ich„gegen sie habe, ohne Unterschied mit allem, was ich licbcns-„ würdiges finde.
„Dorante. Nun wohl! Das ist ein guter Anfang zur„Liebe; die Heyrath wird das Band derselben schon fester knüpfen.