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4 (1838)
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406
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Theatralische Bibliothek.

Ruhe, nachdem er ihm vertraut, daß er Lucindcn aus Frank-reich erwarte, mit der er seinen Sohn vcrhcyrathcn wolle.

Arlcquin, als Courier, sucht den Mario, und giebt zu ver-stehen, daß ihm ein wichtiges Geheimniß, die Flaminia betref-fend, aufgetragen sey. Pantalon erblickt ihn, und will ihn aus-lecken. Anfangs hätte sich Harlcquin bald vcrschnappt, dochauf einmal besinnt er sich, daß sein Geheimniß von grosser Wich-tigkeit ist, und wickelt sich, so gut er kann, aus seinen Reden,welche die Ncugicrde des Alten auf das äusserste reißen, wiederheraus. Der Doctor kömmt dazu, und sagt dem Pantalon,daß sein Neffe verwundet worden, und daß er, als Richter desOrts, sogleich die nöthigen Nachsuchungcn deswegen wolle thunlassen; hiermit geht er ab. Lucinde tritt auf, mit ihrem Bru-der dem Octavio und dem Lclio, den sie unter Wcgcns habenkennen lernen; Lclio ist der Flaminia Bruder, und hat sich inLucindcn vcrlicbt. Octavio und Lucinde erkundigen sich nachder Wohnung des Pantalon bey dem Pantalon selbst, der sichnach einigen Complimentcn zu erkennen giebt, und sein Mädchen,die Coraline, ruft. Sie kömmt, und thut um die Neuangekom-menen sehr geschäftig. Octavio reiset unter dem Borwande,daß sein Vater krank sey, wieder zurück; Coraline dringt inden Lclio, es sich bey dem Pantalon gefallen zu lassen; Panta-lon verweiset ihr, daß sie sich so gemein mache, und führt siemit Lucindcn ab, nachdem er sich von dem Lclio mit Ehrenlos gemacht, der ganz allein stehen blieb, und zu verstehen giebt,daß er sich zwar eilcnds nach Florenz machen sollte, weil ihmsein Natcr gcschricbcn, daß sciiie Schwcstcr Flaminia unsichtbargeworden, daß ihn aber seine Liebe zu Lucinden hier in Bo-logna zurück halte; er geht ab.

Mario langet von Florenz an, und scheinet fest entschlossen,niemals eine andere, als die Flaminia zu hcyrathcn. Er triftden Harlcquin an, dcr ihn überall sucht, und erkundiget sichsogleich bey ihm nach sciner Gcbictcrin. Harlcquin sagt ihm,daß sie gestorben sey, crzchlt ihm alle Umstände ihres Todes,und übcrgicbt ihm den Brief der Flaminia, in welchem sie ihmmeldet, daß sie ihm getreu und als die Scinigc sterbe. Marioschreyet, dicscr Brief sey ein tödtlichcs Gift für ihn, und fällt