Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
408
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Theatralische Bibliothek.

Scene hat. Pantalon kömmt mit Lucindcn und seinem Sohnedazu, dem er wegen seiner Liebe zu Florenz einige Vorwürfemacht. Mario und Lucinde machen einander ziemlich frostigeHöflichkeitsbezeigungen; und auf einmal erscheinet Flaminia, alseine Rasende zwischen ihnen, und fragt, was man mit demKörper ihres Geliebten gemacht habe. Sie erblickt den Mario,erkennt ihn, und wird von ihm erkannt; beyde thun einen ge-waltigen Schrey und bleiben ohne Bewegung. Scapin giebtdie Flaminia für seine Muhme aus, Namens Brünette, undsagt, er habe sic kommen lassen, um sie bey Lucindcn in Dienstezu bringen. Er bemäntelt das Erstaunen der beyden Verliebtenso gut als möglich, und ist auch so glücklich, dem Alten seinenVerdacht zu benehmen. Harlcquin kömmt dazu, und nun hättebeynahe dieser alles wieder verdorben; Scapin jagt ihn zwcymalfort, und trägt ihn endlich auf dcn Schultern weg, indem Pan-talon unterdessen der Lucinde ihr Zimmer anweiset. Mario ver-sichert der Flaminia aufs neue seine Trcuc, und erfährt von ihr,daß sie dem Scapin ihr Leben zu danken habe. Scapin kömmtnebst Coralincn dazu, die er mit dem Harlcquin getroffen hat,und macht ihr deswegen Vorwürfe. Pantalon kömmt gleichfallsmit Lucindcn wieder, und will dcn Mario zwingen, ihr dieHand zu geben. Flaminia nimmt des Vaters Parthey, und er-klärt sich widcr ihren Liebhaber; Pantalon befiehlt seinemSohne, Brünetten zu gehorchen, der er sein ganzes Ansehenhiermit ertheile. Mario verspricht, sich ihr mit Freuden zu unter-werfen, nur müsse sic ihm nicht befehlen, seine Geliebte zu Flo-renz zu vergessen. Harlcquin kömmt und meldet dcn Frcmdcnan, dcr mit Lucindcn gekommen ist, und mit ihr zu sprechenverlange. Pantalon bcgicbt sich mit ihr hinein, um ihn in ih-rem Zimmer zu erwarten, und trägt es der vermeinten Brü-nette auf, ihn zu empfangen. Lclio erkennt im Hcrcingchcnseine Schwcstcr und will mit ihr schelten; sie besänftiget ihnaber, indem sie sich für vcrhcyrathct ausgicbt, und der Bruderund die Schwester umarmen sich. Mario, der aus sic Acht ge-geben, ihre Reden aber nicht hörcn können, wird eifersüchtig,und zwingt dcn Lclio, den Dcgen zu ziehen. Harlcquin ver-sucht, sie mit scincm hölzern Seitengewehre aus einander zu