Vorrede zu Mylins Schriften.
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begnügt haben, wo er hingekommen wäre, bloß mit den Au-gen eines Naturforschers zu sehen, und um nichts, als um einenStein oder um ein Kraut sich Gefahren auszusetzen. Er würdeein allgemeiner Beobachter gewesen seyn, und die Kenntniß desSchönsten in der Natur, des Menschen, für keine Kleinigkeitangeschen haben, ob sie gleich in dem gemeinen Plane seinerReise nicht in Betrachtung gezogen war. - - Doch, erlaubenSie mir, mein Herr, daß ich Ihnen auch endlich einmal vonetwas andern schreibe. Die Erinnerung der Gcschicklichkcitcnmeines Freundes ist mir zu peinlich, und ich empfinde seinenVerlust zu lebhaft, wenn ich derselben allzusehr nachhänge. - - -Lassen Sie uns vielmehr zc. - - -
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Hier gcricthcn wir in unserm Briefwechsel auf eine andreMaterie, welche für den Leser wenig reizendes haben würde undhierher nicht gehöret. Alles, was ich noch für ihn hinzuthunmuß, ist etwas weniges, was diese Sammlung genauer angeht.Sie bestehet aus lauter Stücken, welche theils in verschicdncnMonatsschriften zerstreut, theils auch einzeln gedruckt waren.Alles dessen, was in den vorstehenden Briefen gesagt worden,ungeachtet, glaube ich, daß sehr viele Leser die meisten nichtohne besonderes Vergnügen lesen werden. Die Poesien insbe-sondere habe ich überall zusammen gesucht, und hätte zwar mitleichter Mühe noch weit mehrere, bessere aber wohl schwerlichauftrcibcn können. Mit was für Augen man sie betrachtenmüsse, habe ich deutlich gnug zu verstehen gegeben, und ichfüge nur noch hinzu, daß die Gedichte des Hrn. Mslius ganzanders aussehen würden, wenn sie alle mit dem Gefühle unddem Fleiße gemacht wären, mit welchem er seinen Abschied ausEuropa gemacht hat. Es schien, als ob er erst um diese Zeitrecht anfangen wollte, sein Herz lind seinen Witz zu brauchen. - -Mir ist jetzt weiter nichts zu thun übrig, als den Leser denJnnhalt der Sammlung auf einmal übersehen zu lassen, undmich seiner Gunst zu empfehlen.