464 Aus der Berlinischen Zeitung vom I. 1764.
nes Lesens unwürdig, liegen lasse. Wir sind billig, und lassen seineBitte Statt finden, und sagen weiter nichts, als daß es mit demlieben Himmel anfängt, und mit Elend beschließen sich endet.Kostet in den Voßischcn Buchläden hier und in Potsdam 8 Er.
(2K. Febr.) Die Advocaten, ein Lustspiel. Hamburg 1763.in 8vo 4 Bogen. Nichts kann unbilliger seyn, als die Verspottungeines ganzen Standes in der Person eines einzigen, in welcher mandie Laster aller Mitglieder zusammenhaust. Gemeiniglich beschäftigensich nur mittelmäßige Köpfe damit, die den Gegenstand ihrer Satyrc,so zu reden, von der öffentlichen Strasse nehmen müssen, und sonstnichts lächerliches zu entdecken wissen, als was der Pöbel schon aus-gepfiffcn hat. Solchen Schriftsteller» haben wir die Geistlichen aufdem Lande, die Aerzte, und andre Stücke zu danken, mit welchendas gegenwärtige, die Advocaten, sehr viel gleiches hat. Es ist ebenso giftig, und eben so unregelmäßig: der Verfasser hat eben so wenigdie wahren Schranken der Satyre gekannt, und das Comische ebenso wenig von dem Possenhaften zu unterscheiden gewußt. Man wirduns nicht zumuthcn, in unserm Tadel diesesmal bestimmter zu gehen,und die fehlerhaften Stellen naher anzuzeigen, weil mit einzeln klci>neu Verbesserungen einem Stücke nicht geholfen wird, das sich nichtanders als mit einem Striche durch alle vier Bogen gut machen läßt.Kostet in den Voßischcn Buchläden hier und in Potsdam 2 Gr.
(28. Febr.) Neu ausgeschlossenes Cabinet Gottes, worinnabsonderlich die wahre Absicht und Beschaffenheit dieser undjener grossen, wie auch der kleinen Welt, aus Gottes heili-gem Worte, und besonders erklärter Gffenbahrung Johannisunpartheyisch vorgestellt, und dem ungläubigen, irrigen, ver-kehrten Wesen und gottlosem Leben dieser letzten Zeit entgegengeseyt wird von einem gerecht und christlichen Haushalrer derWahrheit- Franks, und Leipzig 1754. in 8vo. 2 Alph. 16 Bo-gen. Der Verfasser dieses Werks versichert, daß ihn keine langeWeile, kein Fürwitz, keine Seuche zu schreiben, keine blähende Phan-tasie, kein fanatisches Jucken, keine Gernmeisterey, keine Ruhmbe-gierde, keine Sccktenlust, zum Autor gemacht habe, sondern daß ereinzig und allein aus Eifer für die Wahrheit schreibe, um seinemNächsten mit demjenigen zu dienen, was ihn GOtt in dem Laufe sei-ner Betrachtungen habe einsehen lassen. Er weiß es sehr zuvcrläßlich,