Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
474
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474 Aus der Berlinischen Zeitung vom I. 1764.

das elende Sprichwort, daß man über den Geschmack weder streitenkönne noch dürfe, aus dem Munde des Pöbels und der Gelehrten zuverbannen. Ihm werden wir es also zu verdanken haben, wenn manbey dem Worte schön/ das man täglich tausend Dingen beylegt, künf-tig eben so viel denken wird, als man bisher nur empfunden hat.Es enthält aber dieses Werk des Hrn. Hogartys keine leeren und un-fruchtbaren Betrachtungen, die mit Recht den Namen Grillen verdie-nen, wenn sie keine praktische Anwendung leiden; sondern der Nutzendesselben erstreckt sich so weit, als sich das Schöne der Formen erstreckt.Alle Künste und Wissenschaften, die sich damit beschäftigen, werdenein neues Licht daraus entlehnen können. Der Philosoph, der Natu-ralist, der Antiquar, der Redner auf der Kanzel und auf der Buhne,der Mahler, der Bildhauer, der Tänzer, haben es fast für ein unent-behrliches Buch zu betrachten. Doch nicht sie allein, sondern auchalle, welche sich mit dem Tittel der Kenner begnügen lassen, aber oftvon Dingen, wobey cS auf die Nachahmung der schönen Natur an-körnt, so unbestimmte und widersprechende Urtheile fällen, daß sie denMangel an festen und sichern Begriffen nur allzudeutlich verrathen.Ja es fehlt nicht viel, so wird der Nutzen des Hogarthschen Systemsauch bis auf das Reich der Mode auszudehnen seyn, so daß manauch da, wo man sonst nichts als gelegentlichen Eigensinn wahrnahm,durch Hülfe desselben etwas gewisses wird angeben können. Man weis,daß Hr. Mylius bey seinem Aufenthalte in England dieses Hogarth -sche Werk, unter der Aufsicht des Verfassers, ins Deutsche übersetzthat. Die Uebcrsetzung ist in London gedruckt, und beträgt, ausser denzwey grossen Kupfertafeln, nicht mehr als 22 Bogen in Quart. Gleich-wohl aber kostet sie weniger nicht als fünf Thaler, welches ohne Zwei-fel ein Preis ist, der die allgemeine Brauchbarkeit derselben sehr ver-hindert. Was aber nutzt das vortrcflichste Buch, wen» es nicht allendenen in die Hände kommen kann, die es mit Vortheil zu brauchenim Stande sind? Ich habe mich daher entschlossen, diese MyliuSsischcllebersetzung der Welt durch einen neuen verbesserten Abdruck zu über-liefern, und mache in dieser Absicht bekannt, daß er in einer Feit vonsechs Wochen wird an das Licht treten können. Die Kupfer werdenbereits mit der größten Sorgfalt nachgestochcn, und ich schmeichle mirim voraus, daß man sowohl mit diesen, als mit dem Aeusserlichcndes Drucks zufrieden seyn soll. Als eine kleine Vermehrung wird man