Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
477
Einzelbild herunterladen
 

>MMM« ^----^ ^UX^ .-v- ' . : ' MüM ^^j!

Aus der Berlinischen Zeitung vom I. 1754. 477

11 ZZogen. Man kennet den Herrn paizke schon längst als einensehr guten Dichter, und weiß, daß ihm muntre, witzige und empfin-dungsrciche Gedanken nicht schwer fallen. Man kennt ihn aber auchals den glücklichen Ucbcrsctzer des Terenz, und kann sich leicht einbil-den, daß er diesem Muster die edle Einfalt des Ausdrucks werde ab-gelernt haben. Sollte es wohl möglich seyn, daß er kein schönerVerfasser freundschaftlicher Briefe seyn könnte? Da man ihn also auchohne Beweis dafür würde gehalten haben, so ist man ihm um so vielmehr Dank schuldig, daß er seine Exempel zu einer Anweisung fürdiejenigen gemacht hat, welche vertraute Briefe schreiben wollen. Ergesteht zwar, daß sie nicht durchgängig von ihm sind; allein, da sie sichwenigstens von seinen Freunden herschreiben, so kann man wegen ihrerGüte hinlänglich gesichert seyn. Der Titlel zeigt es schon, was füreine Sprache dämme geführt wird; es ist die Sprache der Freundschaftwie man sie unter schönen Geistern von zärtlichen Empfindungen höret.Diejenigen werden zu beklagen seyn, denen ste dunkel oder schwerme-risch vorkommen sollte. Schönheiten, die für das Herz bestimmt sind,sind dem, welchem es nicht an der rechten Stelle liegt, freylich unbe-greiflich; sie hören aber deswegen nicht auf Schönheiten zu seyn. Ko-stet in den Voßischen Buchläden hier und in Potsdam Z Gr.

(3t). Julius.) Mocquerien, aus dem Französischen übersetzt.Neue Auflage. Cölln 1764. In 8v». 16 Bogen. Unter diesemTittel setzt man uns aufgewärmte Charaktere vor. ES sollen Schilde-rungen verschicdner lächerlichen oder lasterhaften Gemüthsarten seyn,die am Ende allezeit mit einem kleinen Gedichte verbrämt sind, wodurchwir in der Ungewißheit gelassen werden, ob die Prose oder die Poesieelender ist. Die Gegenstände der Schilderungen sind trivial; die Sei-ten, von welchen sie uns gezeigt werden, sind die häßlichsten und nichts-würdigstcn, die Züge sind grob, die Farben sind aufgekleckt; kurz allesverräth die Hand eines Stümpers, welcher eher Gurken als Portraitshätte mahlen sollen. Gleichwohl soll diese Hirngcburth aus dem Fran-zösischen übersetzt seyn?--Beynahe aber sollten wir daran zwei-feln; denn da die Sitten und Moden, auf welche darinne angespieltwird, fast alle englisch sind, und da sonst verschicdne Wendungen undAusdrücke vorkommen, welche, auf gut brittisch, mehr nachdrücklich,als ehrbar stnd, so kann man, glauben wir, das Original eher füreine englische Mißgeburth halten. Sie besteht ans zwey Theilen; der