478 Aus der Berlinischen Zeitung vom I. 17S4.
erste will weibliche und der andere männliche Charaktere mahlen. Hierist das Verzeichnis; der weiblichen, welches man hoffentlich so findenwird, daß man uns das Verzeichniß der männlichen gerne schenkenkann. Man findet also 1. das scheinheilige Frauenzimmer. 2. Dasgelehrte Frauenzimmer, oder der Student im langen Rocke. 3. Denweiblichen Satyr. 4. Die verschmitzte Hure. 6. Die Gräfin von Brand-tewcin. 6. Das eifersüchtige Frauenzimmer. 7. Das spielsüchtige Frauen-zimmer. 8. Den weiblichen geheimen Rath. 9. Die geadelte Bauer-dirne. 10. Das hochgebohrne Frauenzimmer. 11. Die ehrbare Kupp-lerin, oder des Frauenzimmers liebe Getreue. 12. Die ehrbare Hure.13. Das allzu lustige Frauenzimmer mit hochgelben Haaren. 14. Dasalamodische Frauenzimmer, und endlich 1Z. die gastfreye Dame. Eineschöne Mandel! Kostet in den Voßischen Buchläden hier und in Pots-dam 8 Gr.
(3. Aug.) /ke^on/e akit ^/-eete l/e /^o?n«
« c^m«?- 1764. In 8vo auf 15 Bogen. Der Streit, welchender Herr von Voltaire mit dem Herrn la Deaumelle über einigeUnrichtigkeiten in dem Jahrhunderte Ludewigs des 14ten bekommen, istgenugsam unter den Gelehrten, noch mehr aber unter den PetitmaiterSder gelehrten Republik bekannt. La Beaumelle ließ unter eine frank-furtische Ausgabe des Jahrhunderts verschiedne Anmerkungen setzen;auf diese Anmerkungen antwortete Voltaire durch ein Ergänzungs-stück zu seinem Werke, und gegen dieses Ergänzungsstück erwiedertder erstre nunmehr durch angeführte Bogen. Es ist nicht wohl mög-lich etwas daraus anzuführen, es müßte denn ein Einfall oder eineUngereimtheit, oder beydes zugleich seyn; denn darinne besteht diegrosse Kunst des Verfassers, daß er selten eines ohne das andere sagt.Vor allen Dingen versichert er, daß er nur den allcrkleinstcn Theilvon den obgedachten Anmerkungen verfertiget habe; und wenn diesesist, so hat er gut fechten; was er nicht vertheidigen kann, darf er nurauf den Fortsetzer seiner Arbeit schieben. Es ist nur Schade, daßauch bey dieser Zänkercy der deutsche Name wieder ins Gcdrenge kömmt.Können sich denn ein Paar französische Witzlinge nicht streiten, ohnees wenigstens ein oder zweymal einfliessen zu lassen, daß es den Deut-schen an Witz und Geschmack fehle? Werfen wir denn ihnen so oftvor. daß es ihnen nicht selten an gesundem und gesetzten Verständefehle? Kostet in den Voßischen Buchläden hier und in Potsdam 6 Er.