Druckschrift 
12 (1840)
Entstehung
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138
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LessingS Briefe. 1759. 1760.

nicht scheine, als ob einer von ihnen Antheil daran habe. Sonst ha>den wir eben nichts Nachtheiliges darin gefunden.

Sie wissen doch, daß Sie vor dem fünften Baude der Bibliothekin Kupfer gestochen sind? Es ist ein recht hübsches Gesicht; nur Schade,daß es nicht das Ihrige ist. Der Kupferstecher entschuldiget sich da«mit, daß das Gemälde nichts getaugt habe. ES war ein Gemäldevon Herrn Hempel- Der Pendant unsers Rleists ist ungleich bessergerathen.

Leben Sie wohl, liebster Freund, und entschuldigen Sie diesmal,so wie mein langes Stillschweigen, auch diesen Brief, welcher wederhalb noch ganz ist. Ich bin

Ihr

ergebensterLcssing.

An Glcim.

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Berlin , d. 28. Febr. 1760.

Liebster Freund,

Ich muß es Ihnen nur gesteheu, warum ich Ihnen auf Ihrletztes angenehmes Schreiben nicht den Augenblick geantwortet habe.So bald ich es gelesen hatte, war es das erste, daß ich die Abschrift,die Sie mir von dem versificirten PhilolaS geschickt haben, suchte.Ich fand sie nicht. Ich besann mich, daß ich sie einem Freunde, aufinständiges Anhalten, hatte leihen müssen. Ich schicke ju ihm; er läßtmich versichern, daß er sie mir wiedergegeben; ich suche auf's neue;er sucht; und wir suchen noch. Liebster Freund, ich fürchte ich bindrum. Sehen Sie, das konnte ich Ihnen doch sogleich nicht schreiben;denn es ist wirklich schlecht, wenn man die Sachen seiner Freundeso verwirft.

Doch ich tröste mich, daß Sie noch eine Abschrift behalten haben.Seyn Sie so gütig und senden Sie mir sie mit der ersten Post. Mirkann es nicht anders als sehr schmeichelhaft seyn, daß Sie den Druckbeschlossen haben. Ich will alles besorgen. Nur müssen Sie mirZueignungsschrift, Lorbericht, und alles was dazu kommen soll, gleichmit schicken. Melden Sie zugleich, wie Sie es am liebsten gedruckthätten. Ich will den Druck schon so Pressiren, daß ich die Zeit, diewir durch meine Nachlässigkeit verloren habe», wieder einbringe.

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