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die Vignette, am meisten aber der König daran Schuld, daß seinGrenadier nicht gehörig gefördert worden. Denn der König hat mitdem Grenadier einerley Verleger haben wollen, und seine Gedichte ha-ben in einer Zeit von vierzehn Tagen fertig seyn muffen. Herr Voßnimmt sich die Freyheit, Ihnen, mit ergebenster Empfehlung, einExemplar davon zu senden. Ich bin höchst begierig zu wissen, wasSie dazu sagen werden; zu wissen, ob Sie den Dichter oder den Königfür größer halten? Herr Dreyer hat versprochen, von den meistenStücken eine Ucbcrsetzung in Versen zu liefern. Wenn ihn der Gre-nadier übersetzen wollte, so würde ich mir ganz andere Dinge davonversprechen. Doch der Grenadier übersetzt nur seine Freunde, die nichtböse werden, sonder» es ihm vielmehr Dank wissen, wenn er sieverschönert.
Ich würde die feinern Exemplare des PhilolaS hier für Sie ha-ben binden lassen, wenn ich Ihren Willen gewußt hätte. Ihre hiesi-gen Freunde haben jeder ein Exemplar erhalten, und Sie können übermehr befehlen, wenn, und wie Sie wollen. Herr Professor Sulzevbefindet sich für itzt in Magdeburg , und ohne Zweifel werden Sie daihn, oder er wird Sie besuchen. Sie werden es schon wissen, wiesehr wir ihn bedauern müssen.
Wenn ich mir von Ihrem Sophoklcsschen Vorrathe etwas auskit-ten dürfte, so wäre es die zweyte lateinische llebersetzung von — ja,wie heißt er nun? Ich habe Ihren Brief nicht bey der Hand. Nichtdie vom Vitus Violemius, sondern die andere. ES ist eben die, vonwelcher Fabricius in seiner griechischen Bibliothek sagt, daß er sienie gesehen. Ich bin also um so viel begieriger darnach.
Verzeihen Sie, daß ich mich diesesmal so kurz fasse. Ich fürchtedie Post zu versäumen, und möchte Ihnen doch gern das Vergnügenmachen, daß Sie das erste Exemplar von den Gedichten des Königsin Halberstadl hätten.
Leben Sie wohl, liebster Freund, und lieben Sie mich. Ich bin
Ihr
ergebensterLtsstrig.
Hochzuehrcndcr Herr Vater,
Ich freue mich herzlich, abermalige Versicherung von dem Wohl-befinden meiner lieben Acltcrn erhalten zn haben, und wünsche, daßich sie noch lange lind oft erhalten möge.