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eingerichtet habe. Es folgt hierbei) ein Brief an ihn, von einemseiner Universitätsfreunde, an den ich die 26 Rthlr., welche er ihmschuldig gewesen, mit 28 Rthlr. 12 Er. hiesigem Courant bezahlthabe. Ich wünschte sehr, ich könnte ihm seine übrige Schulden auchtilgen. Aber, wie gesagt, ich kann nichts versprechen. Ich bin zwarWillens, wenn ich nach Berlin komme, einen Theil meiner Bücher zuverkauffcn, ich habe auch sonst noch einige kleine Forderungen außen-stehe». Aber alles das ist nichts gewißcs, und auf der Universitätmuß man auf etwas gewißcs rechnen können. Geht es mir indeßdamit, wie ich denke, so kann er versichert seyn, daß ich seiner nichtvcrgcßen werde.
Auch Gottlob hat an mich geschrieben. Er äußert nicht vielZufriedenheit mit seinen gegenwärtigen Umständen. Er will wiederweg, und ich soll ihm rathen. Wenn sich doch nur eines guten Rathswegen niemand an mich wenden wollte! Ich kann niemand rathen,und will niemand rathen. In Wahrheit, ich weis nicht, was ichihm antworten soll, und daher werde ich ihm gar nicht antwortenmüßen. Könnte ich ihm helffen, so wollte ich es von Gründ derSeelen gerne thun; aber wie und womit?
Ich wünsche zu dem angetretenen Neuen Jahre meinen werthe-sten Eltern und sämtlichen Geschwister alles Wohlergehen. Ihnen be-sonders, liebster Vater, wünsche ich noch viele gesunde und vergnügteJahre, welche die Vorsicht Ihnen von der Zahl der Meinigen zulegenwolle. Schenken Sie nur ferner Ihre Liebe
Tcro
Breslau, d. 10 Jan. 1766. gehorsamsten Sohne
Eotthold.
Hochzuehrendcr Herr Vater,
Es ist meine Schuldigkeit, meinen werthesten Eltern zu melden,daß meine Abreise von hier auf den IZtcn oder 16tc» künftigen Mo-nats festgesetzet ist. Ich gehe nach Berlin , nicht so wohl um auflange Zeit daselbst zu bleiben, als vielmehr blos, um meine zerstreutenSachen allda zusammen zu bringen, und doch cinigcrmaaßen einenlooum uucle nennen zu können. Vor dem May werde ich jedochnicht dort eintreffen, indem ich mich noch unter WegcnS, theils inFrankfurt !), theils bey einigen von Adel auf dem Lande, die meineFreunde sind, verschiedne Tage verweilen will. Von Berlin aus