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LcsstngS Briefe. 1767.
wieder bey mir zu entzünden. Ich fing eben an, mich in andereStudien zn verlieren, die mich gar bald zn aller Arbeit des <?cnicswürden unfähig gemacht haben. Mein Laokcon ist nun wieder dieNebenarbeit. Mich dünkt, ich komme mit der Fortsetzung desselben,für den großen Haufen unserer Leser, auch noch immer früh genug.Die wenigen, die mich itzt lesen, verstehen von der Sache eben soviel, wie ich, und mehr.
Und noch eine andere Aussicht habe ich in Hamburg . Ihnen mußich hauptsächlich davon schreiben. — Kennen Sie einen gewissen HerrnZSode daselbst? Er ist ein Freund von Herrn Zachariä; und wennich mich noch recht erinnere, hat er wir gesagt, daß er auch Ihncnbekannt zu seyn die Ehre habe. Dieser Mann legt in Hamburg eineDrnckcrcy an; und ich bin nicht übel Willens, über lang oder kurz,auf eine oder die andere Weise, gemeinschaftliche Sache mit ihm znmachen. Wie wäre es, wenn Sie ihm Ihre Weike in Verlag gäben?Ich habe ihm schon vorläufig davon gesprochen. Er ist zn allem be-reit. Melden Sie mir also, ob und unter was für Bedingungen ichmit ihm mich einlassen soll? Er ist ein ehrlicher Mann. ES solltemir lieb seyn, wenn ich auf diese Weise etwas beytragen könnte, daßSie die letzte Hand an Ibrc Werke legten. Eilen Sie; wer weißwie lange wir athmen. Wir müssen machen, daß wir um so viellänger leben. Kann ein Antor den andern dringender ermuntern? —Ihre baldige Antwort hierüber, liebster Frennd! —
Ihre Bücher sende ich Ihnen nächstens zurück, bis auf ein Paar.Meine Bibliothek wird springen; ich behalte von lil)l)0 Stück nichts,als waS ich zu meinen vorbabcndcn Arbeiten nnumgänglich brauche.ES geht mir nahe, daß ich mich ihrer einschlagen muß, daß ich michihrer an einem Orte entschlagcn muß, wo Bücher ganz und gar nichtsgelten. Aber was zu thun? Ich wünschte, daß Sie einen reichengelehrten Domherrn wüßten, der mir wenigstens meine Journale ab-handeln wollte. Ich habe das .kouinal <Ie5 Zavsns bis auf 17l>4complet, in 235 Bänden; den I>Iorcuro elo tu-aner- bis auf 1768,in 264 Banden; die Hel-l I'.i'u-Iil»i'iim, die Hini^e« lillei-nii-es «1okreron, kurz einen Praß von solchen Werken von stebciitchalbhnndcrtBänden, die mir herzlich zur Last sind, und die man doch nur selten sovollständig findet. Denn die letzten Jahre, die daran fehlen, sind überallzu haben. Schade, daß der Graf von Wcrnigcrode nur Bibeln sammelt!
Mit einem Anschlage auf Casscl ist eS also nichts. Ich sage demHerrn Kammerherrn von Spiegel für die Mühe, die er sich deshalbgemacht hat, gehorsamsten Dank.