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Messings Briefe. 1767.
erhielt, daß Sie sich insgesammt »och gesund und wohl befänden. Ichwüßte nicht, was mir zu allen Zeiten erwünschter kommen könnte, alsdiese Nachricht; ich betaure mir, so oft ich sie erhalte, daß ich sowenig im Stande bin, Ihnen das Alter eben so bequem und ange-nehm zu machen, als cS Ihnen Gott ruhig und gesund gemacht hat.Die instchende Feycr Ihres Amlsjubiläi muß Ihnen nothwendig zueinem großen Vergnügen gereichen, da sie eine so große Wohlthaldes Himmels isi. Mochten sich nur recht viele in Caincnz finden, diedieses Vergnügen aufrichtig mit Ihnen theilten! Aber ich muß fürch-ten, daß außer unsern Anverwandten deren nicht viele sci)n dürften,da ich aus Thcophili Briefe ersehe, wie grausam man Ihnen denkleinen Trost verweigert hat, ihren Sohn neben sich in dem Amtezu sehen. Ich zweifle nicht, daß sie sich nicht beide über dieseKränkung hinwegsetzen werden; und wer weiß wozu es für denBruder gut ist. t5s scheinet als ob wir alle ein wenig spät zurRuhe kommen sollten; aber endlich, hoffe ich, werden wir doch auchdazu kommen.
Ich bin von Berlin weggegangen, nachdem mir das einzige, woraufich so lange gehest, und worauf man mich so oft vertröstet, fehlge-schlagen. Gewiße Vorschläge lockten mich hierher nach Hamburg , aberauch aus diesen ist wenig geworden, und ich habe mich endlich ent-schloßen, meine Versorgung und mein Glück von mir selbst abhängenzu laß«n. Ich habe nehmlich alles, was ich noch im Vermögen ge>habt, bis auf den letzten Heller zusammengenommen, nnd in Gemein«schaft mit einem Freunde, Namens Bode, allhicr eine Druckerey an-gelegt. Der Vorschuß, den dieses Lt!>ulisseiiieiit erfodcrt, hat michgeuöthigel, den größten Theil meiner Bücher zu Gelde zu machen;aber ich hoffe, es soll mich nicht reuen. Wenn das Werk einmal imGange ist, so hoffe ich für meine» Antheil als ein ehrlicher Manndavon leben zu können; und diese Aussicht ist mir um so viel schmei-chelhafter, wenn ich mir vorstelle, daß ich meine bcßere Umständeanch mein Geschwister werde können genießen laßen. Voritzo nurmuß es Nachsicht mit mir habe», und ich kann auch nicht einmaltiarln gegenwärtig so unter die Arme mehr greifen, als ich gern wollte.Inzwischen wird es ihm auch nicht schade», wenn er selbst zusehenmuß, wie er fertig werden kann.
Sobald die (5lbe wieder fahrbar ist, will ich unfehlbar eine kleineProvision an Zucker und Wein über Dresden an Sie übcrmache».Ich wollte, daß es zu der Jnbelfcyer geschehen könnte; aber die Frachtzur Achse ist nach dorthin eben so kostbar, als selten.