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12 (1840)
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187
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LessiiigS Briefe. 1767. 1768.

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Ich cmpfchle mich indeß Dero väterlichem Andenken und Scegen,

niid wünsche Ihnen, nebst der Frau Mutter und Schwester, einenglücklichen und vergnügten eintritt des bevorstehenden N-uenjahrcs.Der ich Zeitlebens verharre

Tcro

Hamburg den 21 December gehorsamster Sohn

1767. Eotthold.

An Nicolai.

Hamburg , d. 2. Februar 1768.

Liebster Freund,

Es ist doch Sund' und Schande, daß Sie mir gar nicht schrei-ben. Denn dicsesmal weiß ich doch ganz gerecht, sind Sie mir eineAntwort schuldig, auf den Brief nehmlich, worin ich Ihnen IhreSpoticrcyen über die Buchdrucker Bode und Lessing °), und über das

*) Lcssing hatte mit Bode, der als Ucbcrsetzcr des Tristram Shandv be-rühmt geworden, damals i» Hamburg ein Unternehmen angefangen, dessenwabrc Beschaffenheit ich hier um so viel lieber etwas ans einander setzen will,da der jüngere Herr Lessing , in dem Leben seines Bruders, S. 268 einennicht ganz deutliche» Begriff davon gegeben hat, und da in den folgendenBriefen, wie in meine» Anmcrknngcn, mebr davon vorkommen wird. Bodeballe in Hamburg eine Bnchdrnckcrev angelegt, und dachte sie ins Große zutreiben. Daß seine Absicht damals gewesen scv, mit ciucm russischen Officicrans Reise» zu gehe», (wie Lcssing i» einem Briefe an seine» Bruder, sS. 182jsag») ist veniiulhllch eine Idee gcwesc», die nicht ausgeführt ward; den»Bode wollte damals eben henrathcn, und die Buchdruckcrcv erforderte feineGegcnwarl. Bode war ein vortrefflicher Mann, hatte aber die Buchdruckcrcvnicht gelernt, und also von der Art, wie man sie mit Vorlbcilc betreibenmuß, nicht ganz richtige Begriffe. Auch vom Buchhandel, sowohl von derArt, wie er zu betreiben wäre, als von dem Vortheile, den er abwerfentonnlc, Halle er ebenfalls viele unrichlige Ideen. Beides bat cr mir nachher,als cr durch Erfahrung war belehret worden, selbst gestanden. Lcssing warauch ei» vortrefflicher Mann, machte sich aber vom Buchhandel ebenfalls ganzunrichtige Vorstellungen, auf die er mit seinem gewohnten Scharfsinne einSystem davon aufbaue» wollte. Darüber hatte ich znwcilc» mit ihm mündlich,halb i» Scherz, halb i» Ernst, gestritten, wobey Moses , da es mcistcns ausallgcmrinc Principien der Kanfnia»»schaft ankam, auf meiner Seite war.Obgleich Lcssing sich von mir nicht überzeugen tick, so hatte cr doch durchunsern Streit so vicl cingcschcn, dasj bey jeder Unlcrnchmung eines Buchhau-