LessingS Briefe. 1768.
unter meinem Namen herausgebe», welches ich Anfangs nicht Willenswar. Hr. Klotz wird Feuer sveve»; aber mag er doch! Er verdientnicht, daß man das geringste Mcnagemcnt für ihn braucht.
Ich ärgere mich nur, daß mir hier zu dergleichen Arbeiten ver-schiedene Bücher fehlen, um Hrn. Klotz seines I'Iaßil desto augen-scheinlicher zu überführen. Er ist der unwissendste, unverschämtesteAusschrciber, den ich kenne.
Wie ich auS den Zeitungen sehe, so bestätiget sich die Nachrichtvon WinkclmanuS Tode. Das ist seit kurzem der zweyte Schriftsteller,dem ich mit Vergnügen ein Paar Jahre von meinem Leben geschenkthätte. Das kömmt aber daraus, wenn man Kaiser besucht, undSchätze sammeln will.
Das Recept in Klotzens Bibliothek gelobt zu werden, dürften diehiesigen Zeitungsschreiber wohl nicht zu brauchen wagen. Noch fürch-ten sie sich alle vor Klotzen.
Lebe» Sie wohl, und grüßen Sie mir Hrn. Moses und Ramler.
Ihr
ergebenster Freund,Lessing.
An Nicolai.
Liebster Freund,
Ich bin in voller Arbeit wider Klotzen. Mein Bruder schreibtmir zwar, daß cS mir Hr. MoseS verdenke, daß ich mich mit demNarren abgebe. Aber ich denke doch, daß cS ein für allemal nöthigist. Haben Sie die folgenden Briefe in der hiesigen neuen Zeitunggelesen? Da haben Sie hier die vier ersten Bogen, so wie ich sie zu-sammen drucke» lasse; unter dem Titel: Briefe antiquarischen In-halts! Die Materie wird interessanter, sobald ich über meine Ver-theidigung weg bin, lind auf das Buch des Hrn. Klotz selbst komme-Denn ich nehme Gelegenheit, verschicdnc Dinge nach meinem Sinnauseinander zu setzen, iu welchen ich glaube, daß sich sogar Livvcrtgeirrt hat. Ich will, daß Sie diese Briefe auch verlege» sollen. Soviel wird die Bibliothek schon abwerfen. Sie werden 15 >>is 16 Bo-gen stark werden; und ich dächte, ich machte eine Abhandlung von denAhnenbildern der Römer als den ziveuten Theil, weil ich sie leichtin solche Briefe zergliedern kann. Den Druck wollen wir Ihnen so