Druckschrift 
12 (1840)
Entstehung
Seite
226
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LcssingS Briefe. 17<>!»,

Aristoteles gesagt/ und er giebt der Epovee n»r in so fern die zweyteStelle, als sie größten Theils dramatisch ist, oder seyn kann, DerGrund, den er davon angiebt, ist zwar nicht der mcinige; aber erläßt sich auf meinen rcducircn, und wird nur durch diese Reduktionauf meinen, vor aller falschen Anwendung gesichert.

Wenn Sie mit Hrn. MoseS eine halbe Stunde darüber plaudernwollen, so melden Sie mir doch, waS er dazu sagt. Die weitereAusführung davon soll den dritten Theil meines LaokoonS ausmachen.

So sehr ich aber mit der Recension drS LaokoonS zufrieden bin,so wenig bin ich es mit der von HeinckenS Nachrichten. Sie ist un-gerecht auf alle Wcise. Warum soll sich Hcineken nicht merken lasse»,daß in der Familie HeinckenS einmal ein gelehrtes Kind gewesen?')<S- 290.) Dieser Zug ist hämisch, und cS ist mir nicht lieb, daß

°) Weil Hcinckc» in diesem Buche selbst wie r!» gelehrtes Kind schrieb,indem er auf eine recht kindische Weise alles bey den Haare» herbey zog,nm sich zu lobe», und Dinge zusammen zu bringe», die kein vernünftigerMann würde zusammen gebracht habe»; so war dieser beyläufige Einfallwohl treffend, wenn gleich etwas bitter. Diese Neccnsion ist von mir, undich getraue mich jedes Wort darin zu vcrlhcidigcn, wen» es jemand derMühe werth halte» sollte, das ganz elende, nu» vergessene Buch, das ichbeurtheilte, gegen meine Ncccnsio» zu Halle ». Lcssing war abcr damals ausmancherley Ursachc» niißmüthig, worüber ich uutcn ^zu Nicolais Briefevom 19. Aug. 1769^ noch mehr sage» werde. Der »»verschämte Angriffvo» Klotz hatte ihn äußerst aufgebracht. Wenn also jcmand irgend eine»Gegenstand so vorstellte, als habe er eine Beziclumg aus Klotz, so warLcssing damals nicht c!» ganz nnpartcvischcr Richter. Wie hätte er sichsonst hier eines so ganz notorisch clcttdc», imznverlässigcu und ganz vcr-wirrtc» Buchs als die Nachrichten von Aünstlcrn und Aunstsachensind, annehmen könne»? Diese damalige Leidenschaft des sonst so vor-trefflichen Lcssings, wußte Heimle» meisterlich zu nütze». Er war »Icht ei»Man», der gerade ging. Er hatte Streit mit mir, weil er ganz «»znver-lässiges Zeug über Künstler, die chcmals in Berlin gewesen wäre», geschrie-ben hatte, und ich »u» zeigte, wie »»gcrcimt alles war. Hcinckc» wollteaber in Kunstsachc» und in der Geschichte der Kunst ei» Diktator sey», deralles besser wisse, und war überhaupt ein plumper Man», der gar kci»c»Widerspruch vertrage» konnte. Er hatte Lcssing besucht. Ein Ncbe»»msta»dmochte verursacht haben, daß Lcssing von Heinckcns gelehrten Kcnntnisscneine größere Mcniuug hatte. Hcinckc» hatte vor langen Jahren den Longinübersetzt. Lcssing abcr hatte gleich größere Hochachtung für jcmand, der inder alten Literatur, besonders In der griechische», bewandert war. Hci-neken setzte Lcssingc» bey dlescm Besuche eine Menge falscher Anekdoten i»dc» Kopf. Acußcrst aufgebracht, daß ich das Uuzuvcrlässigc seiner Nachrich-