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jedermann, wer eigentlich der Unternehmer davon ist/ und es kannleicht, wenigstens dort, an seinem Kredit vieles verlieren.
In meiner Wiener Sache/ schreibt man mir aus Berlin , habeich nun nächstens unmittelbar von dorther Briefe zu erwarten. K-- nhabe ich nur so viel davon geschrieben/ daß eine Veränderung mitmir im Werke sey; ohne die geringsten wettern Umstände. Ich wardieses schuldig zu thun, weil er sonst mit seinen Söhne»/ die er aufdie Schule anher nach Wolfcnbüttel thun wollte/ auf mich gerechnethätte; und eS wäre unartig gewesen/ wenn ich ihn bis auf die letzteStunde in seiner Meinung, daß ich hier bliebe, gelassen hätte. Ichhoffe, daß er auch nur gegen Sie so indisccet wird gewesen seyn, sichvon der Sache etwas merken zu lassen. Ich habe ihn ernstlich gebeten,keinem Menschen etwas davon zu sagen, und cS wäre mir sehr unan-genehm, wenn öffentlich in Hamburg davon gesprochen würde. Zwarstehet von dem Vorhaben des Kaisers selbst bereits etwas in verschie-denen politischen und gelehrten Zeitungen/ wo auch einer und derandere nahmhaft gemacht wird/ der in dieser Absicht nach Wien beru-fen worden. Ich wollte aber dennoch/ daß meiner dabey so spät alsmöglich gedacht würde; und ja nicht eher/ als bis ich hier selbst demHerzoge davon hätte Meldung thun können. Aus Berlin hat manden Professor Sulzcr/ und einige andere von der Akademie, dahin ver-langt, und aus Leipzig einen gewissen Professor Garve. Aber wasmich wundert, so hat auch Professor Ricdel aus Erfurt , ein sehrschlechter Mann, den Ruf dahin erhalten; daß mir also bange ist, dieguten Wiener werden nicht immer die beste Wahl treffen. ErkundigenSie sich doch, meine Liebe, bey dem Doktor Mumsui/ (Tobias, meineich, denn der ist es doch wohl/ den Sie brauchen?) ob an Klopstockcnkein Antrag geschehen? Sie dürfen nur sagen, daß Sie in den Zeitun-gen davon gelesen.
Wenn etwas aus der Sache werden soll, so wissen Sie wohl/ wasich zugleich wünsche, und ohne welches mir wenig oder nichts daranliegt. Wien muß Ihnen auf keine Weise ein fataler Ort gewordenseyn; und ich denke auch, daß er es nicht werden wird: ob ich schonaus Ihrem Widerwillen/ selbst die Reise dahin zu thun/ fast schließensollte, daß er es bereits ist. Doch auch das giebt sich denn wohl wie-der, und ich will mich in das Zukünftige nicht zu tief einlassen.
Bey Ihrem Hamburger Waarenlager, meine Liebe, ist mir ein-gefallen, ob Sie nicht hätten versuchen sollen, cS in das Ocstreichscheeinführen zu dürfen. Ich glaube gewiß, man würde Ihnen die Er-laubniß dazu, in Betrachtung der Fabrik/ nicht versagt haben. Doch